Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Presse

Gassen: Leistungsfeindliche Budgets müssen weg

Behandlungsbedarf - Statt Strafen für Ärzte zu fordern, sollten die Krankenkassen lieber endlich den Bedarf der Patienten decken, fordert KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.

Berlin, 31. Januar 2018 – Anlässlich der aktuellen Äußerungen des stellvertretenden Vorsitzenden des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Johann-Magnus von Stackelberg, zur Terminvergabe an Privatpatienten sowie zu einer Angleichung der Ärztehonorare für gesetzlich und privat Versicherte erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen:

„Der Bedarf und der Wunsch nach medizinischen Leistungen wachsen kontinuierlich. Die Patienten wollen eine umfassende und gute medizinische sowie psychotherapeutische Versorgung. Und das ist auch ihr Recht! Doch diesen Bedarf können wir nur erfüllen, wenn die leistungsfeindlichen Budgets fallen. Beginnen sollten wir mit den Grundleistungen. Alternativ müssten Krankenkassen oder Politiker den Patienten klar sagen, dass Kostenbegrenzung wichtiger ist als der Patientenwille. Es ist im Übrigen eine Unverschämtheit, Bestrafungen von Ärzten einzufordern wegen ihrer Terminvergabe an Privatpatienten. Da von 82 Millionen Bundesbürgern gerade einmal neun Millionen privat versichert sind, ist es numerisch schon nicht möglich, dass Privatpatienten zu viele Termine belegen. Zudem ist die Verteilung privat versicherter Patienten im Bundesgebiet sehr unterschiedlich. Entscheidend ist, dass der niedergelassene Arzt alle Vorgaben erfüllt, die für die Behandlung gesetzlich krankenversicherter Patienten vorgeschrieben sind. Daneben kann er als Angehöriger eines freien Berufes selbstverständlich auch Privatpatienten behandeln. Um es deutlich zu machen: Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind keine Angestellten der Krankenkassen, auch wenn vereinzelt Vertreter der Krankenkassen gerne so tun.“