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Hofmeister: 116117 – dahinter steckt viel mehr als eine bundesweite Telefonnummer

Vertreterversammlung – Eine griffige und klare Lösung schaffen, das will der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister beim Thema Bereitschaftsdienst. Er fordert den konsequenten Ausbau der bundeseinheitlichen Rufnummer 116117.

Berlin, 2. März 2018 – „Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst des kranken Mannes ‚Gesundheitswesen‘. Der Irrglaube von der Gesundheitsversorgung in der Krise – ausgerechnet in Deutschland! – ist eine Geisterdebatte.

Dennoch verbeißt sich die Politik in dieses Alibi-Thema, statt sich um die wahren Probleme unseres Gemeinwesens zu kümmern wie Bildung, Verwaltung, Infrastruktur.“ Deutliche Worte richtete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister, heute auf der Vertreterversammlung (VV) seiner Organisation in Berlin in Richtung Politik.

Natürlich gebe es im Gesundheitswesen Themen, die angegangen werden müssten, so Hofmeister weiter. Die nötige Weiterentwicklung solle jedoch von denen vorangetrieben werden, die bisher für das funktionierende Gesundheitssystem gesorgt hätten: die Selbstverwaltung. „Eines der neuralgischen Themen dieser Tage ist die ungezügelte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, die durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst abgefedert werden muss.

Vulgo läuft diese Diskussion unter dem irreführenden Namen ‚Notfallversorgung‘. Es geht dabei um 20 Millionen Fälle im Jahr. Um das Ganze einmal ins richtige Verhältnis zu setzen: Insgesamt haben wir eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte und 600 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr. Es entscheidet sich also an einem Bruchteil der Versorgung, wie das KV-System in den kommenden Jahren aufgestellt sein wird und ob der Gesetzgeber dogmatisch geblendet und politisch getrieben hineingrätscht und nach aktueller Stimmungslage entscheidet“, warnte der KBV-Vize.

Dem Aktionismus der Politik müsse man vorgreifen und als Selbstverwaltung eine griffige und klare Lösung präsentieren. Dies sei die bundeseinheitliche Rufnummer 116117 in Kombination mit einer Bereitschafts- und Notfall-App, der Website www.116117info.de und der BundesArztsuche-App.

„Die 116117 kann nur groß gedacht werden. Sie muss ein leistungsfähiges, technisch einwandfrei funktionierendes Angebot sein mit kurzen Wartezeiten für die Anrufer“, appellierte Hofmeister an die VV.

Zudem müsse die Rufnummer mit einem einheitlichen telefonischen Ersteinschätzungssystem verbunden werden, das es erlaube, bereits vor jedem Arztkontakt das Anliegen des Anrufers zu erkennen und zu kanalisieren: „Wir werden die ersten sein, die bei der Telefontriage liefern können. Deshalb kann es nur heißen: ‚Nicht kleckern, sondern klotzen‘!“

Zudem sei ein weiterer Ausbau der Bereitschaftsdienstangebote und Portalpraxen zwingend notwendig. Hier komme es auf Kooperationen mit den Klinikärzten an. Ein Mitspracherecht für die Selbstverwaltung forderte Hofmeister zudem bei der Entscheidung, welche Klinikstandorte für die Abrechnung ambulanter Leistungen zugelassen werden:

„Es können garantiert nicht die 1.600 Kliniken sein, die wir derzeit haben. Da wird es schmerzhafte Entscheidungen geben müssen und die dürfen gerade nicht von kurzfristigen politischen Interessen getrieben sein.“

Den möglichen Koalitionsvertrag kommentierte Hofmeister nicht. Zum voraussichtlichen nächsten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte er: „Er hat vor dem Deutschen Bundestag einmal gesagt: ‚Eines der größten Qualitätsmerkmale des deutschen Gesundheitssystems ist die Freiberuflichkeit und Selbstständigkeit der niedergelassenen Ärzte.‘ Das ist ein klares Bekenntnis, dem ich nur zustimmen kann und an dem wir ihn messen können.“