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Köhler: Keine Online-Vernetzung aus Kassenhand

Gesundheitskarte - Die Vertreterversammlung der KBV lehnt eine rein kassenzentrierte Telematikinfrastruktur ab. Sie hat klare Kriterien für die weitere Mitarbeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in der gematik formuliert.

Hannover, 27. Mai 2013 – „Die ursprüngliche Intention des Gesetzgebers ist der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) schon lange nicht mehr anzusehen. Sie sollte die Kommunikation verbessern – zwischen Ärzten und Psychotherapeuten, zwischen Praxen und Krankenhäusern sowie mit den Versicherten. Aber das spielt kaum noch eine Rolle. Verflogen ist auch unsere Hoffnung auf einen Bürokratieabbau in den vertragsärztlichen Praxen. Entstanden ist vielmehr eine rein kassenzentrierte Telematikinfrastruktur für Verwaltungsaufgaben wie das Versichertenstammdatenmanagement.“

Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf der Vertreterversammlung der Körperschaft in Hannover erklärt.

Die Vertreterversammlung lehnte per Beschluss die Mitarbeit in der gematik und in den Testregionen der eGK ab, wenn diese weiterhin nur an den Interessen der gesetzlichen Krankenkassen ausgerichtet sei. Notfalls solle die KBV auch die Auflösung der gematik einfordern, beschlossen die Delegierten.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV wollen parallel zur gematik bestehende Netzinfrastrukturen fördern und ausbauen, welche den ursprünglichen Zielen des Gesetzgebers besser gerecht werden. In erster Linie werden hier das sichere Netz der KVen sowie innovative medizinische Anwendungen in den Regionen genannt. „Wir bekennen uns damit klar für sichere elektronische Kommunikationswege im Gesundheitswesen“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende.

Die KBV wird sich weiterhin gegen ein verpflichtendes Versichertenstammdatenmanagement in den Arztpraxen einsetzen und fordert den Gesetzgeber auf, dieses abzuschaffen. „Die Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist und bleibt eine Verwaltungsaufgabe der gesetzlichen Krankenkassen“, sagte Köhler. Eine Lösung könnten sogenannte eKioske sein, bei denen die Versicherten in den Filialen der Krankenkassen ihre Karten an einem Terminal selbst aktualisieren und ihre Daten verwalten können.