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AD(H)S-Vertrag: zielgerichtet und erfolgreich

Versorgungskonzept - Nach knapp vier Jahren AD(H)S-Vertrag haben sich die Behandlungsmöglichkeiten von Betroffenen verbessert. Die KBV zieht eine positive Bilanz.

Berlin, 4. März 2013 – „Es gibt intensivere und besser finanzierte Therapiemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Die Betroffenen gewinnen dadurch deutlich mehr an Lebensqualität“, sagte Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute zu den Ergebnissen einer Erhebung zum AD(H)S-Vertrag.

Im Jahr 2008 hatte die KBV-Vertragswerkstatt die Konzeption des „Vertrages zur qualitätsgesicherten Versorgung von Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) beziehungsweise Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)“ abgeschlossen. Beteiligt waren der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiater, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung.

Ein Jahr später setzte die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg den Vertrag gemeinsam mit den regionalen Betriebskrankenkassen und seit 2012 mit der DAK Gesundheit um. Seit Januar 2011 können auch Versicherte in Bremerhaven von einem entsprechenden Angebot profitieren.

Das Ziel ist, Betroffene zu identifizieren und diese schnell und zielgerichtet nach den neuesten wissenschaftlichen Methoden zu behandeln. Ein optimaler Ressourceneinsatz reduziert dabei Wartezeiten auf geeignete Therapieplätze und macht Doppeluntersuchungen hinfällig. „Der Vertrag hat sich bewährt. Doch solche Versorgungskonzepte müssen bundesweit stärker gefördert werden“, appellierte Feldmann an die Krankenkassen.

Inzwischen arbeiten in Baden-Württemberg 212 Vertragsärzte und -psychotherapeuten in 45 interdisziplinären Teams zusammen. Davon sind 136 Kinder- und Jugendmediziner, 35 Kinder- und Jugendpsychiater/-psychotherapeuten, 28 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie 13 Psychotherapeuten. Insgesamt haben sich rund 2.180 Patienten in den AD(H)S-Vertrag eingeschrieben.

Nach knapp vierjährigem Bestehen hat die Philipps-Universität Marburg den Vertrag unter 228 AD(H)S-Patienten in Baden-Württemberg im Zeitraum von Oktober 2010 bis Februar 2013 evaluiert. Sie belegt, dass sich die Symptome aller Betroffenen im Verlauf der Therapie verbessert haben. Aus Sicht der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten trägt der Vertrag entscheidend zu einer Veränderung der Patientenversorgung bei.

Sie beurteilen die verbesserte Kooperation untereinander übereinstimmend positiv und begrüßen die Einführung und Finanzierung von Elterntrainings. „Besonders erfreulich ist, dass die Behandlungsmöglichkeiten sehr vielfältig geworden sind. Kaum ein Patient musste rein medikamentös therapiert werden“, betonte Feldmann.