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Presse

Vorschlag der KBV: Umwandlung und Erhaltung defizitärer Krankenhäuser

Eine Umwandlung defizitärer Krankenhäuser in sogenannte Intersektorale Gesundheitszentren schlägt die KBV vor, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Damit soll die Versorgung in strukturschwachen Regionen gesichert werden. Der Vorschlag stützt sich auf ein Gutachten der Universität Bayreuth.

Ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) soll demnach die vorhandenen Strukturen und Räumlichkeiten eines Krankenhauses nutzen und darin eine niederschwellige ambulante Versorgung anbieten. Das Angebot soll, so der Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), ergänzt werden durch Bettenabteilungen, in denen Patienten über Nacht bleiben können. Dies biete sich für Fälle an, in denen eine Beobachtung noch nötig sei, ein Klinikaufenthalt jedoch „wirtschaftlich absurd“, zitiert das Deutsche Ärzteblatt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.

Vorgestellt wurde die Idee im Rahmen der KBV-Herbsttagung am Mittwoch in Berlin. Das Gutachten der Universität Bayreuth zeigt, dass sich 75 Krankenhäuser mit 51 bis 151 Betten für eine Umwandlung in ein IGZ eignen würden. Durch eine Umwandlung würden sowohl die Standorte als auch die Strukturen der Versorgung in der jeweiligen Region erhalten bleiben und zukunftssicher gemacht, äußerte sich demnach KBV-Vorstandsmitglied Stephan Hofmeister.

Als Träger seien nach Aussage von Gassen Kommunen, Kassenärztliche Vereinigungen (KVen), aber auch private Unternehmen denkbar. Zudem ginge die KBV von einem Interesse der Krankenkassen aus, da eine Versorgung in einem IGZ günstiger und wirtschaftlicher sei als ein Klinikaufenthalt. Allerdings seien für eine Umsetzung der Idee noch langfristige rechtliche Anpassungen erforderlich, so Gassen. Dies betreffe beispielsweise die Honorierung und die Bedarfsplanung, berichtet das Deutsche Ärzteblatt weiter.

Kritik an den Vorschlägen der KBV äußerte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Die DKG wirft den KVen vor, ihrem Sicherstellungsauftrag in ländlichen Regionen nicht nachgekommen zu sein. So würde die KBV nun versuchen, Versäumnisse in der langfristigen Planung durch einen Vorschlag zu kaschieren, der am „tatsächlichen Versorgungsbedarf dieser Regionen“ vorbei ginge, so DKG-Präsident Gerald Gaß.