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Presse

Vierter Ärztemonitor vorgestellt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der NAV-Virchow Bund präsentierten am 18. Oktober gemeinsam den vierten Ärztemonitor – die größte repräsentative Umfrage unter deutschen Ärzten und Psychotherapeuten. Über die Ergebnisse berichtet das Deutsche Ärzteblatt.

Vor allem die deutliche Veränderung der ärztlichen Arbeitszeit bereite den Vorstandsvorsitzenden der KBV Dr. Andreas Gassen und Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow Bund Sorge. „Wenn es nicht gelingt, diesen Teufelskreis aus Arbeitszeitverknappung, Zerschlagung selbständiger Strukturen und Madigmachen eines im Grunde geschätzten und vor allem gebrauchten Berufes zu durchbrechen, wird das System der ambulanten Versorgung früher oder später implodieren“, so Gassen.

Der Ärztemonitor zeigt, die Ärzteschaft ist mit ihrem Beruf zufrieden. So stimmen 81 Prozent der niedergelassen Ärzte „voll und ganz“ zu, dass ihre Arbeit nützlich und sinnvoll sei. Auf Seiten der Psychotherapeuten sehen 90 Prozent ihre Arbeit als „nützlich und sinnvoll“ an. Doch gegenüber ist die Zahl der Ärzte die angeben durch ihre Arbeit ausgebrannt zu sein, „Erschreckend“ hoch ist. Acht Prozent stimmten dieser Aussage „voll und ganz“ zu , 25 Prozent sagten, sie stimmten eher zu. Die Ergebnisse zeigen auch: Die Zahl der der angestellten Ärzte steigt. Diese arbeiten, vor allem in den Medizinischen Versorgungszentren, oftmals in Teilzeit. Mit der steigenden Zahl angestellter Ärzte sinkt jedoch, geregelt durch Arbeitszeitgesetze, die wöchentliche Arbeitszeit von allen Ärzten auf nun durchschnittlich 51 Stunden pro Woche. „Wir haben es also absehbar weniger mit einem Mangel an Ärzten, sondern in erster Linie mit einem Mangel an ärztlicher Arbeitszeit zu tun“, erläutert Gassen.

Zum ersten Mal fragte der Ärztemonitor nach Erfahrungen mit verbaler und körperlicher Gewalt bei der Arbeit. Die Umfrage ergab, dass 39 Prozent der Ärzte und 21 Prozent der Psychotherapeuten in den vergangen 12 Monaten verbale Gewalt erlebt haben. Im gesamten Berufsleben hätten 26 Prozent der Ärzte körperliche Gewalt einmal erfahren, vier Prozent in den vergangen zwölf Monaten.

Für den Ärztemonitor wurden zwischen Januar und Mai 2018 knapp 11.000 Ärzte und Psychotherapeuten befragt.