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Presse

Ärzteschaft gedenkt verfolgter jüdischer Kollegen

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, haben Vertreter der deutschen Ärzteschaft im Beisein von Politikern und Vertretern aus dem In- und Ausland eine Gedenktafel für die Erinnerung an verfolgte jüdische Ärzte während der Zeit des Nationalsozialismus errichtet.

Anwesend waren neben den Vorständen von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK), der Vizepräsident der Knesset, Yehiel Bar, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau (Linke), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Weltärztebundes Leonid Eidelman.

KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen skizzierte die Entrechtung der jüdischen Ärzte und verwies auf das Projekt „KBV übernimmt Verantwortung“, das sich der Aufarbeitung der Verstrickung zwischen Nationalsozialismus und der Vorgängerorganisation Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands (KVD) widmet. „Was vor 80 Jahren geschah, ist uns Mahnung und Auftrag zugleich“, wird Gassen im Ärzteblatt zitiert.

Petra Reis-Berkowicz, Vorsitzende der KBV-Vertreterversammlung, berichtete von der gesellschaftlichen Verpflichtung, die Würde jedes einzelnen Menschen zu schützen, und von wachsenden jüdischen Gemeinden als Hoffnungszeichen.

Der Präsident der BÄK, Prof. Ulrich-Frank Montgomery, kritisierte laut Ärzteblatt, dass die Ärzte sich zu spät zu ihrer Schuld in der NS-Zeit bekannt hätten. Seit den 1970er Jahren fände allerdings Aufarbeitung statt. So gäbe es mit dem Herbert-Lewin-Preis einen Forschungspreis zur Aufarbeitung der Geschichte der Ärzte in der NS-Zeit. Außerdem sei der deutsch-israelische Austausch wichtig im Hinblick auf die kommenden Ärztegenerationen. Den gemeinsamen Einsatz deutscher und israelischer Ärzte für Menschenrechte lobte auch Eidelman. Er mahnte, dass der Holocaust Teil der täglichen Erinnerung sein sollte.

Pau und Spahn warnten vor aufkommendem Antisemitismus, der eine besondere Wachsamkeit erfordere und den Einsatz für den Erhalt von Demokratie. Bar machte ebenfalls deutlich, wie wichtig das „Zusammenstehen gegen Hass, Gewalt und Diskriminierung“ in Zeiten des erstarkenden Antisemitismus sei, so das Deutsche Ärzteblatt. 

Artikel im Deutschen Ärzteblatt