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MVZ in ländlichen Regionen gut vernetzt

Survey - Medizinische Versorgungszentren in ländlichen Regionen können sich auf den demografischen Wandel und den Ärztemangel einstellen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung.

Berlin, 28. Juni 2012 – Mehr als ein Drittel aller Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) betreibt eine Zweigpraxis. Vor allem in ländlichen Regionen nutzen MVZ diese Möglichkeit, womit sie auf den demografischen Wandel und den Ärztemangel reagieren. Dies ist ein Ergebnis des MVZ-Surveys, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bereits zum dritten Mal durchgeführt hat.

Für den Survey hat die KBV im vergangenen Jahr alle ärztlichen Leiter beziehungsweise Geschäftsführer von MVZ angeschrieben (1.654, Vollerhebung). 414 von ihnen antworteten, was einem Rücklauf von einem Viertel entspricht. Themen sind Gründungsmotivation, medizinische Schwerpunkte, Schwierigkeiten und Zufriedenheit. Der Fokus des aktuellen Surveys liegt auf den Themen Versorgung im ländlichen Raum und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Zentrales Ergebnis ist, dass der demografische Wandel keine gesundheitspolitische Schimäre, sondern Realität in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen ist. Die wachsende Anzahl älterer Patienten auf dem Land stellt eine zunehmende Herausforderung dar. 55,5 Prozent der ländlichen MVZ gaben an, dass dies „stark“ oder „eher“ auf sie zutrifft. Dort müssen große Distanzen für Hausbesuche überwunden werden. Bei MVZ in Ober- und Mittelzentren gaben nur 8,5 Prozent Hausbesuche als Herausforderung an. Die an der Befragung teilnehmenden MVZ berichten außerdem von Schwierigkeiten, in ländlichen Regionen neue ärztliche Kollegen zu gewinnen“, erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler. 

Ein weiteres Ergebnis ist, dass MVZ stärker mit anderen Ärzten und Akteuren in der Gesundheitsversorgung kooperieren, wie sich im Vergleich zu der Befragung 2008 zeigt. Auch dies ist gerade im ländlichen Raum zu beobachten.

Die Teilnehmer beurteilen die Gründung ihres MVZ im Großen und Ganzen als lohnenswert (58 Prozent). Ein Viertel äußerte sich nicht eindeutig und für jedes zehnte MVZ hat sich die Gründung nach eigenen Angaben nicht gelohnt.

Auch die Erwartungen an eine MVZ-Gründung haben sich für den Großteil erfüllt. Die Motivationen zur Gründung verändern sich jedoch. Die Hauptgründungsmotivation von 2005, die erweiterte Position am ambulanten Markt, verliert an Bedeutung (von 84,6 auf 59,4 Prozent gefallen). Demgegenüber nimmt die Entlastung von Verwaltungsaufgaben einen größeren Stellenwert ein (von 26 auf 37 Prozent gestiegen).

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie könne für MVZ in ländlichen Regionen angesichts des Ärztemangels noch eine größere Bedeutung bekommen, erklärte Köhler. „Einige MVZ zeigen hier bereits großes Engagement, es besteht aber weiterhin Potential, um den sich ändernden Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu begegnen.“

Medizinische Versorgungszentren wurden mit dem Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung 2004 eingeführt. Die KBV führt seitdem eine quartalsweise Statistik. Surveys gab es bereits 2005 und 2008.

Weitere Informtionen gibt es im vollständigen Bericht zum aktuellen Survey 2011.