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Reiseschutzimpfung nicht vergessen

Präventionsinitiative - Urlaubszeit ist Impfzeit. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erinnert daran, vor Reisen ins In- und Ausland den Impfschutz kontrollieren zu lassen.

Berlin, 15. Juni 2012 – Rechtzeitig vor Beginn der Urlaubszeit appelliert Kassenärztechef Dr. Andreas Köhler an die Bürger, die Gefahren von Infektionskrankheiten nicht zu unterschätzen. „Wer eine Reise plant, sollte auch an seinen Impfschutz denken“, betont der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Dies gelte nicht nur für Fernreisen in Länder mit warmem oder tropischem Klima.

Auch in heimischen Gefilden könnten Gefahren lauern. So bestehe für Wanderurlauber in Baden-Württemberg, Bayern oder Thüringen das Risiko, sich bei einem Zeckenbiss mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu infizieren. Urlauber sollten sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt vom Arzt über den passenden Impfschutz beraten und eventuelle Impflücken schließen lassen.

Der Aufruf zum Impfen gilt auch für Sportfans, die in den nächsten Wochen zur Fußball-Europameisterschaft nach Polen und in die Ukraine oder zu den Olympischen Spielen nach Großbritannien reisen. Bei solchen Großereignissen sei die Ansteckungsgefahr in der Regel sehr hoch, weil dort viele Menschen zusammenkämen, die zum Teil nur unzureichend oder gar nicht geimpft seien, warnt Köhler.

Besonders wichtig sei ein ausreichender Masernschutz, weil die Zahl der Erkrankungen insbesondere in der Ukraine wieder stark zugenommen habe. Ein Grund sei die niedrige Impfquote. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts könnten auch Mumps-, Röteln- sowie Diphtherie- und Keuchhusteninfektionen vermehrt auftreten.

„Eine Reise bietet eine hervorragende Gelegenheit, seinen Impfschutz überprüfen zu lassen“, betont Köhler. Die Kosten für allgemeine Impfungen, zum Beispiel gegen Masern, Diphtherie und Tetanus, werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Es fällt dafür auch keine Praxisgebühr an. Klassische Reiseschutzimpfungen wie gegen Hepatitis A und B, Gelbfieber, Cholera, Tollwut und Typhus müssen gesetzlich Krankenversicherte hingegen in der Regel selbst bezahlen. Einige Kassen übernehmen inzwischen auch dafür die Kosten.

Impfen ist ein Schwerpunktthema der Präventionsinitiative, die die KBV vor zwei Jahren gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen gestartet hat. Ziel ist es, über die Relevanz von Impfungen aufzuklären und die Bereitschaft dafür in der Bevölkerung zu erhöhen.

Die KBV hat weitere Informationen zum Thema Reisen und Impfen bereitgestellt.