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Presse

Statistisches Bundesamt zu wirtschaftlicher Situation in Arztpraxen: Mehr Fragen als Antworten

Stellungnahme – Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dipl.-Med. Regina Feldmann, äußert sich heute zu den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten zu „Einnahmen und Reinerträge von Kassenpraxen“.

Berlin, 5. Dezember 2013 – „Die Kostenstrukturanalyse des Statistischen Bundesamtes ist sehr kritisch zu hinterfragen. Der Darstellung fehlt es an allen Ecken und Enden an Erklärungen. Es besteht unter anderem keine korrekte Differenzierung zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung.

Eine verlässliche Fachgruppenzuordnung, eine Differenzierung nach der Anzahl der Praxisinhaber sowie eine Berücksichtigung von Praxen ohne sozialversicherungspflichtige Angestellte sind nicht gegeben.

Die Erhebung beinhaltet leider nur sehr allgemeine, undifferenzierte und vage Aussagen. Wo ist eigentlich die sorgfältig dokumentierte Veröffentlichung zu finden? Es muss daher erlaubt sein, zu fragen, was das Statistische Bundesamt mit seiner Aussage bezwecken will.

Aus den Ergebnissen wird nicht deutlich, wie sich die Stichprobe zusammensetzt und welche Fachgruppen enthalten sind. Zudem fehlen dem Statistischen Bundesamt die Daten aus dem Bundesarztregister, die die KBV für Analysen nutzt. Jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut muss in diesem Register gemeldet sein.

Der Durchschnitt wird dadurch bestimmt, wer berücksichtigt wird. Jede Erhebung muss die Zusammensetzung der Grundgesamtheit sachgerecht berücksichtigen, wenn damit deren Aussagen belastbar sein sollen. Wir wissen nicht, ob dies bei der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes gewährleitet ist.

Grundsätzlich kann nicht beurteilt werden, welche Effekte bei den Praxen im Zeitablauf eingetreten sind. Eine genaue Betrachtung ermöglicht bisher nur das Praxis-Panel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

Die KBV bezweifelt daher erheblich, ob der Bericht des Statistischen Bundesamtes als Datenbasis zur wirtschaftlichen Situation von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten geeignet ist.“