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Jeder fünfte Deutsche war zur Darmspiegelung

Darmkrebs - KBV und KVen informieren über Möglichkeiten der Früherkennung. Das Thema Darmkrebs bildet den Auftakt zur Präventionsinitiative 2012.

Berlin, 1. März 2012 – Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs werden in Deutschland noch immer zu wenig in Anspruch genommen. „Erst etwa jeder fünfte Bundesbürger ab 55 Jahren war zur Darmspiegelung“,  betonte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), zum Start des Darmkrebsmonats März. Dabei lasse sich Darmkrebs früh erkannt sehr gut heilen und durch die Behandlung von Vorstufen sogar vermeiden. Laut Robert Koch-Institut erkranken jährlich über 70.000 Menschen an diesem Tumor, etwa 26.000 sterben daran. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Die KBV hat gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eine Informationsoffensive gestartet, um die Bürger stärker für das Thema Vorsorge zu sensibilisieren. Für die Wartezimmer in den Arztpraxen wurde unter anderem ein Plakat mit dem Slogan „Große Probleme fangen oft winzig an“ erstellt sowie Online-Informationen bereitgestellt. Die niedergelassenen Ärzte sind aufgefordert, ihre Patienten in einem Beratungsgespräch über die Möglichkeiten der Früherkennung zu informieren. Köhler: „Die Patienten sollen nicht überredet, sondern informiert werden, um individuell eine Entscheidung treffen zu können.“

Gesetzlich Krankenversicherte ab einem Alter von 50 Jahren haben neben einem Beratungsgespräch beim Arzt die Möglichkeit, jährlich den Stuhl auf verstecktes Blut untersuchen zu lassen (Okkulttest). Seit Oktober 2002 übernehmen die Krankenkassen für Versicherte ab 55 auch die Kosten für eine Darmspiegelung. Die Untersuchung, die nach zehn Jahren wiederholt werden sollte, gilt als sichere und wirksame Methode zur Früherkennung von Darmkrebs.

Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) hat ergeben, dass die Früherkennungsangebote noch zu wenig genutzt werden. Zwischen 2003 und 2010 haben von 20 Millionen Anspruchsberechtigten 4,2 Millionen das Angebot einer Darmspiegelung wahrgenommen. Das sind aus der Hauptzielgruppe der 55- bis 74-Jährigen 18,3 Prozent der Männer und 20,1 Prozent der Frauen. Seit 2005 stagnieren diese Zahlen.

Die Informationsmaßnahmen der KBV zur Darmkrebsvorsorge bilden den Auftakt der Präventionsinitiative 2012. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Gesundheit von Jugendlichen, insbesondere der J1-Untersuchung und dem Thema Impfen. Die Präventionsinitiative ist 2010 von KBV und KVen ins Leben gerufen worden, um die Bürger verstärkt auf Vorsorgemöglichkeiten hinzuweisen und das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zu erhöhen.