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Köhler: Bessere medizinische Versorgung von Krebspatienten in Deutschland

ASV – Interdisziplinäre Ärzteteams in Praxen und Kliniken übernehmen die Behandlung – KBV begrüßt G-BA-Beschluss zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung.

„Mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung wird sich das Behandlungsangebot von Krebspatienten in Deutschland weiter verbessern. Teams mit hochqualifizierten Vertrags- und Klinikärzten unterschiedlicher Fachrichtungen übernehmen in dem neuen Versorgungsbereich die Behandlung der Patienten. Von einem ,Rückschlag´ – wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft behauptet – kann keine Rede sein“, dies erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, zu einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Der G-BA hatte am Donnerstag die Konkretisierung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle beschlossen. Dazu gehören bösartige Krebserkrankungen des Darms, des Magens, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber. Nach der Tuberkulose ist dies die zweite Indikation, für die ein spezialfachärztliches Behandlungsangebot entwickelt wurde. Es soll zum 1. Juli starten. Weitere Indikationen, auch andere Krebserkrankungen, werden folgen.

„Jeder Krebspatient, der aufgrund der Schwere seiner Erkrankung eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung benötigt, wird diese auch erhalten“, stellte Köhler klar. Dafür stehe ein interdisziplinäres Behandlungsteam bereit, das gegebenenfalls weitere Spezialisten hinzuziehe. „Gott sei Dank benötigen nicht alle Patienten so eine umfassende ambulante Behandlung, weil der Tumor früh erkannt wurde oder nicht so aggressiv ist. Auch diese Patienten werden selbstverständlich weiterhin ambulant behandelt. Daran ändert sich mit der ASV nichts“, stellte der KBV-Chef klar.

Die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, alle Krebspatienten ambulant spezialfachärztlich versorgen zu können, gehe deshalb weit über das Ziel hinaus und verunsichere die Patienten. Der Gesetzgeber habe für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung bei onkologischen Erkrankungen nur schwere Verlaufsformen mit besonderen Krankheitsverläufen zugelassen. Dies muss der G-BA beachten.

Mit dem G-BA-Beschluss zu den Tumoren des Magen-Darm-Bereichs sind grundlegende Voraussetzungen für den Start des Angebotes zum 1. Juli geschaffen. Sämtliche Regelungen wie zum Behandlungsumfang, zur Qualitätssicherung oder zur Vergütung sind für niedergelassene Ärzte und Klinikärzte gleich. Köhler: „Damit werden die niedergelassenen Fachärzte nicht länger benachteiligt.“

Offen ist derzeit noch, welche weiteren spezifischen onkologischen Leistungen die Ärzte im Rahmen der ASV durchführen und abrechnen dürfen. Die KBV fordert, dass Leistungen der Onkologie-Vereinbarung, die jetzt bereits eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung von Krebspatienten durch niedergelassene Ärzte garantiert, auch in die ambulante spezialfachärztliche Versorgung aufgenommen werden. „Ansonsten werden die Ärzte in der ASV weniger Honorar für ihre Arbeit erhalten als im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung. Das werden wir nicht akzeptieren“, betonte Köhler. Der G-BA will darüber Mitte März entscheiden.

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