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Feldmann: Studierenden mehr Einblick in die Grundversorgung geben

Vertreterversammlung – KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann warnt, dass bei allen Maßnahmen gegen Unterversorgung geprüft werden muss, ob sie nicht das Gegenteil erreichen.

Berlin, 28. Februar 2014 – „Eine Zwangsregelung für die Vergabe von Arztterminen, wie es die Regierungskoalition vorschlägt, lehnen wir ab. Um die Wartezeiten zu verkürzen, werden wir einen Vorschlag für eine vordringliche Überweisung vorlegen.“ Das hat Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute auf der Vertreterversammlung ihrer Organisation in Berlin gesagt. „Aus unserer Sicht spielt die Steuerung der Inanspruchnahme der Ärzte durch die Versicherten eine entscheidende Rolle“, so Feldmann weiter.

Bereits in der Vergangenheit hatte die KBV ein dreistufiges Modell für die gesetzliche Krankenversicherung vorgelegt, in dem die Patientensteuerung eine wichtige Rolle spielt. Feldmann: „Dieses Modell werden wir der Politik jetzt noch einmal vorlegen.“

Die Politik erwarte auch weiterhin die Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Für die KBV stellt die Reform der Aus- und Weiterbildung ein entscheidendes Element dar, um dem Ärztemangel zu begegnen. Feldmann forderte, dass alle Studierenden einen tiefen Einblick in die ärztliche Grundversorgung erhalten sollten. Dafür sei die Approbationsordnung zu ändern. „Für die Förderung aller grundversorgenden Fachgebiete im Rahmen der Aus- und Weiterbildung fordern wir einen finanziellen Systemzuschlag.“

Die Pläne der Regierungskoalition tragen den Bedingungen, unter denen die Vertragsärzte und -psychotherapeuten derzeit arbeiten, nicht ausreichend Rechnung, so Feldmann: „Trotz positiver Ansätze muss bei allen Maßnahmen gegen Unterversorgung geprüft werden, ob sie nicht das Gegenteil des Beabsichtigten erreichen und die wohnortnahe, flächendeckende ambulante Versorgung gefährden. Insbesondere ist es kein probates Mittel gegen den Ärztemangel, die Krankenhäuser für ambulante Behandlungen zu öffnen. Diese leiden selbst unter Personalnot und können auch nicht die wohnortnahe Grundversorgung ersetzen.

Die Behauptung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in seinem Papier „Reformbedarf in der ambulanten Versorgung und Vergütung“, die vertragsärztlichen Einkommen seien deutlich gestiegen, seit sich die Vergütung an der Morbiditätsentwicklung der Bevölkerung orientiert, sei falsch.

„Erfreulicherweise haben wir Zahlen, die belegen, dass die Reformen im Vergütungssystem, welche der GKV-Spitzenverband nun wieder zurückdrehen will, zu wirken beginnen und einen positiven Effekt auf die Versorgung haben“, betonte Feldmann. Dies gehe aus dem dritten Jahresbericht zum Praxis-Panel des Zentralinstituts, kurz ZiPP, hervor. Die wirtschaftliche Situation der Ärzte habe sich auf der einen Seite zwar verbessert, auf der anderen Seite seien aber auch die Kosten für Personal und Investitionen gestiegen.

Feldmann kündigte den Start der Arzneimittelinitiative in Sachsen und Thüringen (ARMIN) an, die sich an dem Modell orientiert, welches die KBV zusammen mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände entwickelt hatte. Ab Anfang April können sich Ärzte und Apotheker in ARMIN einschreiben. Ab Juli wird dann die Wirkstoffverordnung möglich: Ärzte verschreiben statt konkreter Präparate Wirkstoffe, während Apotheker das Präparat auswählen. Mit einem Medikationskatalog erhalten Ärzte eine Entscheidungshilfe, um eine evidenzbasierte, sichere und wirtschaftliche Auswahl von Wirkstoffen zu treffen.

Die Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“, die 2013 sehr erfolgreich gestartet ist, entwickelt sich 2014 in zwei Richtungen: Der breiten Öffentlichkeit stellt sie die Qualität der ambulanten Versorgung vor, den medizinischen Nachwuchs versucht sie für die Niederlassung zu interessieren.

„Gerade hat das zweite große Fotoshooting stattgefunden. Nachdem die Portraitierten im vergangenem Jahr vorwiegend aus Berlin und Brandenburg kamen, haben dieses Mal die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen ihre Mitglieder zum Mitmachen aufgefordert. Über 120 Bewerbungen zeigen einmal mehr, dass die Kampagne gut ankommt“, so der KBV-Vorstand.