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"Neue Bedarfsplanung hat sich bewährt - aber Planen alleine bringt keine neuen Ärzte"

"Weit über 2.000 neue Niederlassungsmöglichkeiten sind durch die neue Bedarfsplanung möglich geworden. Das ist ein großer Erfolg. Aber eine noch so verbesserte Planung schafft nicht automatisch neue Ärzte und Psychotherapeuten", erklärte heute Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sie äußerte sich in Berlin anlässlich der Vorstellung des Gutachtens des Sachverständigenrates.

Berlin, 23. Juni 2014 – „Eingeflossen sind darin Daten aus dem vergangenen September. Seither hat sich viel getan“, betonte sie. So hätten beispielsweise Landesausschüsse weitere Planungsbereiche als förderungswürdig eingestuft, Sicherstellungsfonds seien gegründet, Stellen unter anderem bei den Psychotherapeuten neu besetzt worden. Zudem zeichneten sich neue Abweichungsbeschlüsse der Landesausschüsse von der Bundesrichtlinie ab, um auf regionale Besonderheiten einzugehen.

„Die Kassenärztlichen Vereinigungen nutzen ihre Möglichkeiten zur Förderung. Bundesweit sind viele kreative Instrumente im Einsatz, wie die Befragung des Sachverständigenrats aufzeigt. Diese reichen von finanziellen Zuschlägen über den Betrieb von Eigeneinrichtungen bis zum Angebot von mobilen Versorgungsdiensten“, führte Feldmann aus.

Kritisch sieht die KBV den Vorschlag des Sachverständigenrats, Praxen pauschaliert nach Überversorgungsraten aufzukaufen. „Dies wird der Versorgungsrealität nicht gerecht. Neben dem Versorgungsgrad muss die lokale Versorgungssituation berücksichtigt werden. Bei hohen Versorgungsgraden handelt es sich häufig um auch von den Krankenkassen mitgetragenen und festgestellten Sonderbedarf. Das heißt: Die zusätzlichen Arztstellen werden auch gebraucht.“

Sie stellte klar: „Obwohl vieles verbessert und optimiert wurde, darf man nicht vergessen: Es handelt sich um eine Planung. Doch damit alleine hat man noch keine neuen Ärzte oder Psychotherapeuten für die Niederlassung gewonnen.“

Abschließend forderte Feldmann die Krankenkassen auf, „mit der KBV gemeinsam die Probleme der Zukunft zu meistern. Anstatt so zu tun, als sei alles in Ordnung und man müsse die Ärzte nur anders verteilen, sollten sie mit uns gemeinsam nach Ideen und Lösungen suchen, um die Niederlassung beispielsweise auf dem Land für den Medizinernachwuchs interessant zu machen.“