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Stand 16.06.2016

Qualitätszirkel (QZ)

Regelmäßiger Austausch mit Kollegen

Qualitätszirkel (QZ) sind eine etablierte Form der Fortbildung. Ärzte und Psychotherapeuten tauschen sich in moderierten Arbeitskreisen über ihre Arbeit aus, um die eigene Behandlungspraxis zu analysieren und gezielt weiterzuentwickeln.

Qualitätszirkel gelten in der vertragsärztlichen Versorgung seit 20 Jahren als eine anerkannte, auf ärztlicher Eigeninitiative beruhende Methode der Qualitätssicherung. Die "Richtlinien der KBV für Verfahren zur Qualitätssicherung nach § 75 Abs. 7 SGB V (Qualitätssicherungs-Richtlinien)“ geben einheitliche Qualitätskriterien für QZ vor. Aktuell sind bundesweit regelmäßig mehr als 8.000 Qualitätszirkel aktiv. Mit der Teilnahme an zertifizierten Qualitätszirkeln können Fortbildungspunkte gemäß § 95d SGB V erworben werden.

QZ in der vertragsärztlichen Versorgung

Gruppen von Vertragsärzten und/oder Vertragspsychotherapeuten, die durch kritische Überprüfung der eigenen Tätigkeit zur Qualitätsentwicklung nach dem Best-Practice-Prinzip beitragen.

Wie arbeiten QZ?

  • auf freiwilliger Basis
  • mit selbstgewählten Themen
  • erfahrungsbezogen
  • auf der Grundlage von Peer Review
  • mit Moderator/-in
  • mit Evaluation der Ergebnisse
  • kontinuierlich (mind. 4x pro Jahr)
  • mit festem Teilnehmerkreis

Was bringt die Teilnahme am QZ?

  • Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Tätigkeit
  • Erfahrungsaustausch/Benchmarking mit den Kollegen
  • Fortbildung/Netzwerkbildung
  • Analyse und Bewertung der eigenen Tätigkeit nach ausgewählten, evidenzbasierten Qualitätskriterien
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit

Cover QZ-Handbuch

Handbuch Qualitätszirkel der KBV

Die KBV unterstützt die regionale QZ-Arbeit durch ein Konzept zur bundesweiten Aus- und Fortbildung von Qualitätszirkel-Tutoren, das im Handbuch Qualitätszirkel der KBV, 3. Auflage 2013, dargestellt ist. Seit 2004 wurden auf dieser Basis mehr als 100 erfahrene Moderatoren aus 11 Kassenärztlichen Vereinigungen zu Tutoren qualifiziert, die ihre Moderatorenkollegen im Rahmen eines Train-the-Trainer-Konzeptes methodisch-didaktisch und fachlich begleiten. Für QZ-Moderatoren stellt das Handbuch thematische Module für die unmittelbare Umsetzung in Qualitätszirkeln und die dazu erforderlichen Moderationsmedien, Präsentationen oder Materialien bereit.

QZ-Module

Patientenfallkonferenz

  • Arzt-Patienten-Beziehung
  • Vorstellen des Behandlungsverlaufs und Entwickeln einer Idee zum Behandlungsproblem
  • Erstellen eines neuen, strukturierten Behandlungsplans

Evidenzbasierte Medizin

  • Grundlagen: Original- und Übersichtsarbeiten
  • Evidenzbasierte Leitlinien
  • Evidenzbasierte Patienteninformationen

Patientensicherheit

  • Einführung
  • Systematische Analyse von kritischen Ereignissen in der Arztpraxis
  • Erfahrungen beim Einsatz der systematischen Analysetechnik in der Arztpraxis

Pharmakotherapie

  • Reflexion des eigenen Verordnungsverhaltens und Implementierung einer an Leitlinien orientierten rationalen und rationellen Pharmakotherapie

QEP im Qualitätszirkel:

  • Einführung und Selbstbewertung

Experteninterview

  • Vorbereitung und Einladungsverfahren
  • Bearbeiten der Fragestellungen und Dokumentation

Journal Club

  • Vorstellen der Methode
  • Auswahl des Lesethemas und Formulieren klinischer Fragestellzungen
  • Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse

Moderatorenausbildung

  • Einführung und Kennenlernen
  • QZ in der ambulanten Versorgung
  • QZ-Moderator
  • Moderationstechniken und Dramaturgie
  • Kommunikation / Gruppenprozesse im QZ
  • Dokumentation
  • Ausblick und Feedback

Hygienemanagement in Praxen/MVZ

  • Gesetzliche Grundlagen/Erfahrungsaustausch
  • Hygienecheck
  • Erstellung eines praxisindividuellen Hygieneplans
  • Vorbereitung auf behördliche Begehungen

Qualitätsindikatoren(QI) in QZ und Praxen

  • Einführung
  • QI-Auswahl
  • Datenerhebung und -analyse
  • Qualitäts­entwicklung

Geschlechtersensible Gesundheitsversorgung

  • Sensibilisierung für das Thema, relevante Begriffe und Institutionen
  • Erfahrungsreflektion: geschlechtersensible Aspekte aus dem Praxisalltag
  • Diskussion ausgewählter geschlechtsspezifischer Aspekte in Diagnostik und Therapie
  • Vereinbarungen zur Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse

Kultursensibilität in der Patientenversorgung

  • Erfahrungen aus der Praxis
  • Diskussion kulturspezifischer Interessen, Bedürfnisse, Denk- und Verhaltensweisen im Praxisalltag
  • Handlungsoptionen für eine gute Patientenversorgung

Barrieren in Praxen abbauen

  • Überblick zum Thema
  • Erkennen von Barrieren in der eigenen Praxis mit Hilfe von Checklisten oder Simulationsübungen
  • Entwicklung angemessener Vorschläge zum Abbau von Barrieren
  • Vereinbarung konkreter Umsetzungsmaßnahmen unter Einbeziehung der Praxismitarbeiter

 

Tutorenausbildung (QZ-Grundlagen / thematische QZ-Module )

An drei Lehrwochenenden (jeweils 2 Tage) und in zwei Supervisionen (jeweils 4 Stunden) erwerben die QZ-Moderatoren eine Qualifikation zum QZ-Tutor.

Themen

  • Grundlagen der Gruppenleitung
  • Patientenfallkonferenz
  • Methoden und Techniken der evidenzbasierten Medizin
  • Erstellung evidenzbasierter Verfahrensanweisungen