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Sepsis

Sepsis rechtzeitig erkennen und richtig reagieren - Hinweise für niedergelassene Ärzte

Weltweit sterben jährlich etwa sechs Millionen Menschen an einer Sepsis – die meisten Fälle davon wären vermeidbar. In Deutschland gehen Experten von jährlich 70.000 Sepsis-Todesfällen aus, von denen etwa 15.000 bis 20.000 vermeidbar wären.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert ihre Mitgliedsstaaten auf, Maßnahmen zur Bekämpfung der Sepsis zu ergreifen. In einer Resolution von Mai 2017 hebt sie hervor, wie wichtig Aufklärung, Hygienemaßnahmen und Schutzimpfungen sowie eine schnelle Diagnose im Ernstfall sind. Bei der Sepsis handelt es sich um die häufigste Todesursache bei Infektionskrankheiten weltweit.

Unspezifische Symptome erkennen

Häufig lösen innere Infektionen der Lungen, Harnwege oder des Bauchraums eine Sepsis aus. Die Symptome können denen einer Influenza ähneln – beispielsweise hohes Fieber, Schüttelfrost und (Muskel-)Schmerzen.

Weitere Anzeichen sind nie gekanntes, schweres Krankheitsgefühl, plötzliche Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Unruhe, schwere Atmung oder Luftnot, schneller Herzschlag und erhöhter Puls, niedriger Blutdruck sowie verfärbte oder fleckige Haut.

Das können niedergelassene Ärzte tun

Ärzte sollten bei bestimmten Warnsymptomen alarmiert sein und an eine Sepsis denken. Patienten mit Verdacht auf eine Sepsis müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden (siehe Übersicht unten). Bei Sepsis handelt es sich um einen Notfall wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Risikofaktoren und Zeichen der häufigsten Infektionen, die zu einer Sepsis führen können:

Risikofaktoren und Anzeichen für Sepsis

  • Immunschwäche
  • Verweilkanülen, Dauerkatheter oder andere invasive Medizinprodukte
  • Kürzlich erfolgte OP oder invasive Maßnahme
  • Fehlende oder funktionsunfähige Milz (Asplenie)
  • Fieber oder Schüttelfrost in der Anamnese
  • Patient stellt sich innerhalb von 48 Stunden wieder in der Praxis vor
  • Sturz ohne adäquates Trauma

Zeichen der häufigsten Infektionen, die zu einer Sepsis führen können

  • Abdomen: Schmerz, Peritonismus
  • Lunge: Husten, Kurzatmigkeit
  • Zentrales Nervensystem: Bewusstseinstrübung, neu aufgetretene Verwirrtheit, Nackensteife, Kopfschmerz
  • Haut: infizierte Wunden, Zellulitis
  • Urin: Dysurie, Pollakisurie, Geruch

Warnsymptome und Maßnahmen:

  • Schema Warnsymptome und Maßnahmen

    Schema Warnsymptome und Maßnahmen

Erläuterungen zum Schema

Liegen mindestens zwei der dargestellten „gelben“ klinischen Warnsymptome vor, muss der Verdacht auf eine mögliche Sepsis ausgelöst werden.

Liegen gleichzeitig ein oder mehrere „rote“ Kriterien vor, ist eine Sepsis sehr wahrscheinlich. Dies sollte zu den unten rechts genannten Notfallbehandlungsmaßnamen führen.

Liegen keine „roten“ Kriterien vor, sind die unten links und mittig aufgeführten Beobachtungs-/Untersuchungsmaßnahmen angezeigt.

Download Schema