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Terminservicestellen

Vermittlung von Terminen beim Facharzt und Psychotherapeuten

Regionale sogenannte Terminservicestellen vermitteln Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt oder beim Psychotherapeuten. Dies hatte die Bundesregierung mit dem Versorgungsstärkungsgesetz so festgelegt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen bieten diesen Service seit Anfang 2016 an.

Das machen Terminservicestellen

Die Terminservicestelle der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung vor Ort unterstützt Patienten auf Wunsch dabei, so schnell wie möglich einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten zu vereinbaren. Voraussetzung:

  • Sie sind gesetzlich krankenversichert.
  • Sie haben eine Überweisung zu einem Facharzt erhalten. Ausnahme: Für Termine beim Augenarzt oder beim Frauenarzt benötigen Sie keine Überweisung, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen.
  • Voraussetzung für eine Terminvermittlung zur Akutbehandlung bei einem Psychotherapeuten ist, dass ein Therapeut diese empfohlen hat. Seit dem 1. Oktober 2018 vermitteln die Terminservicestellen auch probatorische Sitzungen, wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist und der Psychotherapeut dies auf dem PTV 11 angegeben hat.

Formulare für die Psychotherapie

So funktioniert die Terminvermittlung

  • Sie erfahren die Telefonnummer und die Sprechzeiten der Terminservicestelle auf dieser Übersicht der Terminservicestellen oder von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung.
  • Nach Ihrem Anruf bietet Ihnen der Terminservice innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten an. Die Wartezeit zwischen Ihrem Anruf und Ihrem Termin beträgt maximal vier Wochen. Ausgenommen davon sind Bagatellerkrankungen und Routineuntersuchungen.
  • Sie müssen den Termin absagen? Dann geben Sie den Termin bitte rechtzeitig wieder frei: Sagen Sie bei der betroffenen Praxis ab und teilen Sie dies auch der Terminservicestelle mit. Wenn Sie den Termin absagen, ist die Terminservicestelle nicht verpflichtet, Ihnen einen neuen Termin anzubieten. Ausnahme: Sie sagen den Termin, den Sie gerade erhalten haben, noch am gleichen Tag wieder ab. Dann kann Ihnen die Terminservicestelle einen zweiten Termin anbieten.
  • Sollte die Terminservicestelle keinen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt anbieten können, vermittelt sie Ihnen einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus.

Hinweise zur Nutzung von Terminservicestellen

  • Über die Terminservicestelle erfolgt keine Vermittlung eines Wunschtermins bei einem bestimmten Arzt oder Therapeuten. Sie erhalten einen Termin bei einem Arzt oder Psychotherapeuten, der in dem jeweiligen Zeitraum freie Termine hat.
  • Es ist deshalb möglich, dass mit dem vermittelten Termin auch eine weitere Anfahrt für Sie von Ihrem Wohnort verbunden ist.
  • Es empfiehlt sich daher, dass Sie zuerst bei Ihrem Wunscharzt oder einem Psychotherapeuten Ihrer Wahl anfragen und versuchen, dort einen Termin zu vereinbaren, bevor Sie sich an den Terminservice wenden.
  • Welche Fachärzte und Psychotherapeuten in Ihrer Nähe praktizieren, erfahren Sie über die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung. Mit der kostenlosen BundesArztsuche-App können Sie die Informationen auch einfach mobil mit dem Smartphone abrufen.
  • Der Terminservice vermittelt nur Facharzt-Termine und Termine beim Psychotherapeuten. Jedoch keine Termine bei Zahnärzten oder bei Kieferorthopäden. Auch Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte sind ausgenommen.

Zahlen zur Nutzung der Terminservicestellen

  1. Die Terminsuche und -buchung in Facharztpraxen setzt sich 2017 auf dem gleichen (niedrigen) Niveau des Vorjahres fort.
  2. Terminvermittlung für Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung ab April 2017 hat zu einer deutlichen Steigerung der Nachfrage geführt. Im zweiten Quartal 2017 stammten gemittelt rund 40 Prozent der Vermittlungen aus dem Bereich Psychotherapie, die damit aus dem Stand zur meistvermittelten Gruppe aufgestiegen ist. Im dritten Quartal lag der Anteil der an Psychotherapeuten vermittelten Termine bei 43,2 Prozent, gefolgt von den Nervenärzten mit 21,5 Prozent.

Absolute Zahlen für 2017

  • Bundesweit rechnet die KBV für 2017 derzeit mit rund 190.000 vermittelten Terminen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es rund 120.000 vermittelte Termine.
  • 1. Quartal 2017: rund 28.000 vermittelte Termine
    2. Quartal 2017: 51.480 Termine
    3. Quartal 2017: 44.961 Termine (Daten von 14 der 17 KVen, nur 3 Termine wurden im stationären Bereich vermittelt. Von einer erheblich größeren Zahl vermittelter Termine als im 2. Quartal ist derzeit nicht auszugehen.)
  • In allen drei Quartalen lag die Zahl der Anrufer deutlich höher. Dies hing damit zusammen, dass ein mehrheitlicher Teil der Anrufer nicht anspruchsberechtigt war oder den Kontakt mit der Terminservicestelle vor Vermittlung eines Termins abbrach.
  • 1. Quartal 2017: 58.800 Anrufer,
    2. Quartal 2017: rund 115.900 Anrufer,
    3. Quartal 2017: 90.700 Anrufe (Daten aus 14 KVen).
  • Der Anteil der Anrufer mit berechtigtem Vermittlungswunsch ist allerdings vom zweiten auf das dritte Quartal gestiegen. Die Informationen, welcher gesetzliche Anspruch bei der Vermittlung von Terminen insbesondere bei Psychotherapeuten besteht, scheint also immer mehr Patienten zu erreichen. Der hohe Anteil der „fehlerhaften“ Anrufe hing damit zusammen, dass vielen nicht klar war, worauf sich der gesetzliche Anspruch bei der Psychotherapie bezieht.

Bewertung der Zahlen

02.01.2018 | Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:

„Im Vergleich zu rund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten jährlich in den Praxen der Niedergelassenen zeigt sich, dass die Nachfrage nach Vermittlungen durch die Terminservicestellen gering ausfällt. Diese Tendenz deckt sich auch mit den Ergebnissen unserer Versichertenbefragungen.

Von den rund 6.000 befragten Bundesbürgern sahen es die allermeisten nicht als Problem an, einen Behandlungstermin zu bekommen. Mittlerweile scheinen die Versicherten besser darüber informiert zu sein, welche Arten von Terminen insbesondere in der Psychotherapie durch die Servicestellen vermittelt werden und welche eben nicht.

Es hat also einen Lerneffekt gegeben. Insgesamt bleibt festzustellen: Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen funktionieren gut.“