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Pflegeheimversorgung

In Deutschland waren im Jahr 2011 ca. 2,5 Mio. Menschen pflegebedürftig. Ein Großteil dieser Patienten wird im häuslichen Umfeld ambulant versorgt. Allerdings wird rund ein Drittel der Pflegeeinrichtungen in stationären Einrichtungen betreut (Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2011). Aufgrund des demografischen Wandels ist über die letzten Jahre sowohl die Anzahl der Patienten als auch der Pflegeeinrichtungen gestiegen. 2011 wurden 743.000 Patienten in 12.400 Pflegeheimen vollstationär betreut. Diese Patienten werden von Vertragsärzten ambulant medizinisch versorgt.

Zur Vermeidung von Versorgungsengpässen hat der Gesetzgeber in § 119b SGB V zum einen die Möglichkeit geschaffen, in Pflegeheimen angestellte, geriatrisch fortgebildete Ärzte zu ermächtigen. Von dieser Möglichkeit der Ermächtigung wurde allerdings bisher kaum Gebrauch gemacht. Zum anderen sollen Kooperationsverträge zwischen Vertragsärzten und Pflegeeinrichtungen auch durch die Vermittlung von Kassenärztlichen Vereinigungen geschlossen werden. Diese Kooperationsverträge können die Krankenkassen durch Zuschläge nach § 87b Abs. 2 Satz 3 SGB V fördern, sofern sie die erforderlichen Anforderungen erfüllen. Zu diesem Zweck haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Krankenkassen nach § 119b Abs. 2 SGB V als Anlage 27 zum Bundesmantelvertrag Ärzte eine Vereinbarung zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen geschlossen, die zum 1.1.2014 in Kraft getreten ist. Bisher haben die Landesverbände der Krankenkassen nur sehr vereinzelt von der Förderungsmöglichkeit des § 87b Abs. 2 Satz 2 SGB V in Verbindung mit § 119b Abs. 2 SGB V Gebrauch gemacht, so dass noch keine entsprechend geförderten Kooperationsverträge vorliegen.

Die Vertragswerkstatt der KBV hat sich bereits 2011 dem Thema Pflegeheimversorgung angenommen und das Versorgungsprogramm „Ärztliche Teambetreuung in Pflegeeinrichtungen“ entwickelt. Darüber hinaus bestehen in den unterschiedlichen KV-Regionen weitere Ansätze der ambulanten Versorgung von Pflegeheimen. Hier sind beispielsweise lokale bzw. regionale Selektivverträge zu nennen. Aber gerade auch vernetzte Versorgungsstrukturen bieten sich an, die Versorgung von Patienten in Pflegeeinrichtungen zu übernehmen, wie beispielsweise die geriatrischen Praxisverbünde in Bayern und die Arztnetze in fünf Modellregionen in Westfalen-Lippe.

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