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Stand 06.11.2013

MRSA - Hintergrund

Begriff

Der Begriff MRSA bedeutet Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, wird aber häufig auch als Multiresistenter Staphylococcus aureus angegeben. Dies rührt daher, da es seit der ersten Beobachtung von Resistenzen dieses Keims gegen die eingesetzten Antibiotika zu Beginn der 1960er Jahre, bei denen das β-Lactam-Antibiotikum Methicillin eine namensgebende Rolle spielte, zu einer größeren Zahl weiterer Resistenzen gekommen ist. Die unterschiedlichen Stämme des Staphylococcus aureus haben dabei unterschiedliche Ausprägungen von Resistenzen.

Ausbreitung

Die Ausbreitung des resistenten Erregers war in den ersten Jahren fast ausschließlich an die besonderen Bedingungen von Krankenhäusern („hospital-acquired“ [HA-] MRSA) gebunden, da sich dort durch den hohen Anteil von mit Antibiotika behandelten und gleichzeitig schwer erkrankten Patienten ideale Bedingungen fanden. In dieser Situation entstand ein Selektionsdruck auf die Bakterien zugunsten von MRSA, da die sensiblen Varianten des gleichen Keims durch die eingesetzten Antibiotika stark vermindert wurden und dadurch der Raum für die Ausbreitung von MRSA erst geschaffen wurde.

Übertragung

Für die Übertragung von MRSA ist ein direkter Kontakt erforderlich, der zum Beispiel durch eine unzureichende Händedesinfektion zustande kommen kann. Die Übertragungswahrscheinlichkeit steigt bei bestimmten Risikogruppen und -faktoren (offene Wunden, Katheter).

Aktuelle Situation

Die Entwicklung der vergangenen etwa zehn Jahre war durch eine zunehmende Ausbreitung von MRSA auch außerhalb von Krankenhäusern und Pflegeheimen gekennzeichnet („community-acquired“ [CA-] MRSA). Diese wurde überwiegend durch einen (zu) hohen Einsatz von Antibiotika auch in der ambulanten Versorgung begünstigt. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die hochentwickelten Industrienationen, allen voran die USA. Deutschland bewegt sich mit einem aktuellen Anteil von ca. 20 Prozent MRSA an allen identifizierten Staphylococcus aureus etwa im Mittelfeld einer weiten Spanne, während Länder wie Dänemark oder die Niederlande mit Raten bis 2 Prozent dieses Infektionsproblem deutlich besser im Griff haben. Derzeit wird vor allem auch die Besiedelung von landwirtschaftlichen Nutztieren vermehrt beachtet, da diese durch einen verstärkten Antibiotikaeinsatz ebenfalls häufig MRSA-Träger sind.