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Normenkontrollrat

Handlungsempfehlungen

Die Bürokratie in deutschen Arztpraxen kostet viel Zeit und Geld. Das belegt eine Erhebung des Nationalen Normenkontrollrates. Hier sind konkrete Handlungsempfehlungen zum Bürokratieabbau aufgeführt:

Verschreibung von Betäubungsmitteln

Bei der Verschreibung von Betäubungsmitteln soll geprüft werden, ob zukünftig ein Rezept bereitgestellt werden kann, das per Laserdrucker bedruckt werden kann.

Praxis der Ex-ante-Abschätzung im Gemeinsamen Bundesausschuss

Die Ex-ante-Abschätzung im Gemeinsamen Bundesausschuss, bei der die voraussichtlichen Bürokratiekosten eines Beschlusses abgeschätzt werden, soll zukünftig zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden. Auf diese Weise kann die Bürokratiebelastung besser in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Erläuterungstexte für die vereinbarten Vordrucke in der Praxissoftware

Für die vereinbarten Vordrucke sollen zukünftig Erläuterungstexte bereitgestellt werden, die die wichtigsten Informationen kurz und gut verständlich darstellen. Diese können von den PVS-Herstellern in die Software integriert werden.

Verzicht auf Genehmigung zur Teilnahme an der Blankoformularbedruckung

Es soll geprüft werden, ob zukünftig auf die Genehmigung zur Teilnahme an der Blankoformularbedruckung verzichtet werden kann.

Verordnung von medizinischer Rehabilitation

Bei der Verordnung von medizinischer Rehabilitation entfällt zukünftig das Muster 60, der „Antrag zum Antrag“. Zudem soll die bislang notwendige gesonderte Qualifikation des Vertragsarztes entfallen.

Normerprobungsverfahren

Durch die Einführung eines Normerprobungsverfahrens soll die regionale Erprobung von Ansätzen zum Bürokratieabbau erleichtert werden. Ansätze, die sich bewährt haben, können dann bundesweit übernommen werden.

Bescheinigung zum Erreichen der Belastungsgrenze

Die Bescheinigung zum Erreichen der Belastungsgrenze, auch „Chronikerbescheinigung“ genannt, soll vereinfacht werden. Zudem soll das aktuell verwendete Muster besser den in der Praxis ablaufenden Prozess wiedergeben.

Genehmigungsverfahren Psychotherapie

Im Gemeinsamen Bundesausschuss wird derzeit darüber beraten, ob das Gutachterverfahren bei Kurzzeittherapien vollständig entfallen kann. Zudem soll der Durchschlag PTV 7b gestrichen werden, der derzeit vom Psychotherapeuten an die KV übermittelt werden muss.

Verordnung Krankenbeförderung

Das Muster zur Verordnung von Krankenbeförderung soll zukünftig besser strukturiert und einfacher ausfüllbar sein.

Heilmittelverordnung

Die Verordnung von Heilmitteln bei langfristigem Heilmittelbedarf soll zukünftig vereinfacht werden. Zudem soll der Heilmittelkatalog aktualisiert und vereinfacht werden.

Qualitätsbezogene Dokumentation - Einrichtungsinternes Qualitätsmanagement

Beim einrichtungsinternen Qualitätsmanagement soll klargestellt werden, dass es sich um eine einrichtungsbezogene Verpflichtung und nicht um eine arztbezogene Verpflichtung handelt. Vertragsärzte und -psychotherapeuten, die in Praxen und MVZs gemeinsam tätig sind, können damit ein gemeinsames Qualitätsmanagement betreiben.

Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit

Die Muster 1 und 17, die derzeit für die Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit genutzt werden, werden ab dem 1. Januar 2016 zu einem Vordruck zusammengelegt. Die unterschiedlichen Auszahlscheine der Krankenkassen entfallen damit zukünftig.

Anfragen von Krankenkassen und dem MDK auf vereinbarten Vordrucken

Die bestehenden Vordrucke sollen regelmäßig auf Aktualität und Verständlichkeit geprüft werden. Zudem soll geprüft werden, ob die digitale Übermittlung der Vordrucke zum Bürokratieabbau beitragen kann.