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aktualisiert am 10.03.2016

Hörgeräteversorgung

Qualitätssicherung der Hörgeräteversorgung von Jugendlichen und Erwachsenen

Die QS-Vereinbarung Hörgeräteversorgung regelt die Voraussetzungen für die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der vertragsärztlichen Versorgung schwerhöriger Patienten.

Ziel der Vereinbarung ist die Sicherstellung einer dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechenden Betreuung von schwerhörigen Patienten mit Hörgeräten.

Die wichtigsten Regelungen der Vereinbarung

Die QS-Vereinbarung ist seit 1. April 2012 in Kraft. Das sind die wichtigsten Regelungen der Vereinbarung:

Das Wichtigste im Überblick

Ärzte benötigen für die Leistungserbringung gemäß der QS-Vereinbarung Hörgeräteversorgung eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Diese erhalten sie, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie betreffen die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen, den Umfang der Versorgung und die Anforderungen an die Praxisausstattung.

In der QS-Vereinbarung ist auch festgelegt, wie das Genehmigungsverfahren abläuft und welche Daten Ärzte zum Zwecke der Qualitätssicherung erheben müssen und wie diese verarbeitet werden.

Qualitätsanforderungen zum Erhalt der Genehmigung

Fachliche Qualifikation

Die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung der neuen Leistungen zur Hörgeräteversorgung gilt als erfüllt, wenn der Arzt:

  • Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen (Phoniatrie und Pädaudiologie) ist,
  • mindestens 20 Hörtests unter Anleitung innerhalb von 5 Jahren vor Antragsstellung auf Genehmigungserteilung durchgeführt hat und
  • 10 Fortbildungspunkte innerhalb von 2 Jahren vor Antragsstellung über Kenntnisse zur Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen sowie über die jeweils aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf die audiologischen Befunde erlangt hat.

Die entsprechenden Nachweise müssen erbracht worden sein, bevor eine Genehmigung erteilt wird, also dann, wenn ein Antrag bei der jeweiligen KV gestellt wird.

Anforderungen an die Praxisausstattung

In der QS-Vereinbarung werden Anforderungen an die Struktur der Praxis, an die zum Einsatz kommenden Untersuchungsgeräte sowie an die Instrumentarien definiert, die gegenüber der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen sind. Hierzu gehören:

  • ein schallreduzierter Raum (Störschallpegel kleiner 40 dB) zur Durchführung von Ton- und Sprachaudiometrien im freien Schallfeld,
  • ein Audiometer mit entsprechend vorgegebenen Referenzwerten von Hörschwellen (das gemäß den Vorgaben des Medizinproduktegesetzes und der DIN ISO 8253-1 und 8253-2 zugelassen ist),
  • ein Testverfahren zur Überprüfung des Hörhilfenversorgungsergebnisses gemäß den Vorgaben der Hilfsmittel-Richtlinie (DIN ISO 8253-3),
  • ein binokulares Ohrmikroskop und
  • die Möglichkeit zur Impedanzmessung (Tympanometrie und Stapediusreflexmessung).

Hinweis: Es handelt sich dabei um keine neuen Anforderungen. Sie richten sich vielmehr nach den DIN-Vorschriften (DIN ISO 8253-1, 8253-2, 8253-3), den Bestimmungen im EBM (etwa zur GOP 09320) und der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (Teil C. Hörhilfen). Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben die Möglichkeit, die räumlichen und organisatorischen Anforderungen in der Praxis zu prüfen.

Qualitätsanforderungen zur Aufrechterhaltung der Genehmigung

Ärzte müssen auch nach Erteilung der Genehmigung regelmäßig bestimmte Anforderungen gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.
Diese sind:

  • eine mindestens einmal jährlich durchgeführte messtechnische Kontrolle der eingesetzten Untersuchungsgeräte und Instrumentarien (dies entspricht der bisherigen Regelung zur GOP 09320),
  • den Erwerb von 7 Fortbildungspunkten innerhalb von 2 Jahren über theoretische Kenntnisse in der Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen sowie Kenntnisse über die jeweils aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf die audiologischen Befunde,
  • die Dokumentation bestimmter Behandlungsdaten.

Ärztliche Dokumentation

Aus der ärztlichen Dokumentation (Patientendokumentation) muss der Umfang der Hörgeräteversorgung vollständig und nachvollziehbar hervorgehen. So muss die ärztliche Dokumentation insbesondere Angaben enthalten zur:

  • ärztlichen Neuverordnung eines Hörgerätes unter Verwendung des Muster 15 (Ohrenärztliche Verordnung einer Hörhilfe),
  • ersten Nachuntersuchung,
  • gegebenenfalls erforderlichen Rück- und Absprache mit dem Hörgeräteakustiker

Die elektronische Dokumentation in der Qualitätssicherung

Ärzte, die eine Genehmigung haben, müssen bestimmte Angaben im Zusammenhang mit der Hörgeräteversorgung zusätzlich elektronisch dokumentieren.

Falls Ihr PVS-Anbieter Ihnen keine elektronische Dokumentation nach den Anforderungen der QS-Vereinbarung bereitstellt, können Sie die elektronische Dokumentation über das Portal zur elektronischen Dokumentation (eDoku) im Sicheren Netz der Ärzte und Psychotherapeuten durchführen. Zugang haben Praxen beispielsweise mit einem KV-SafeNet*-Anschluss. Damit wird eine größtmögliche Datensicherheit garantiert.

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht

Weitere Informationen

Rechtsquellen

Hörgeräteversorgung

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Hörgeräteversorgung
Vertragsdatum: 21.03.2012
Inkrafttreten: 01.01.2016
Hörgeräteversorgung (PDF, 77 KB)

Mitteilung der Partner des BMV zu den entscheidungserheblichen Gründen Hörgeräteversorgung

Vertragsdatum: 27.03.2012
Mitteilung der Partner des BMV zu den entscheidungserheblichen Gründen Hörgeräteversorgung (PDF, 58 KB)