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Psychotherapie

Psychotherapie ist in der vertragsärztlichen Versorgung als tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie seit 1970/71 und als Verhaltenstherapie seit 1985 gemäß der Psychotherapie-Richtlinie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen sowie in den Vereinbarungen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen geregelt. Die erste Fassung der Psychotherapie-Richtlinien datiert schon aus dem Jahr 1967.

Grundlegend für die psychotherapeutische Berufsausübung ist das Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, das 1999 in Kraft trat. Es wirkte sich direkt auf die Psychotherapie-Richtlinie und Psychotherapie-Vereinbarungen aus sowie auf das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V). Seitdem sind Psychotherapeuten fest in die vertragsärztliche Versorgung integriert. Beide Berufe werden als Heilberufe mit Approbation anerkannt.

Die KBV vertritt die Belange der Vertragspsychotherapeuten, indem sie in unterschiedlichen Gremien die im SGB V niedergelegten Themen betreut:

  • Die Richtlinie Psychotherapie, die im Gemeinsamen Bundesausschuss gemäß Paragraf 92 Abs. 6a SGB V beraten wird.
  • Die Psychotherapievereinbarung als Anlage 1 zum Bundesmantelvertrag und als zweiseitiges Dokument zwischen Kassen und KBV.
  • Die dreiseitige Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen gemäß Paragraf 118 Absatz 2 zwischen Kassen, KBV und DKG
  • Die Vereinbarung zu den Psychosomatischen Institutsambulanzen gemäß Paragraf 118 Abs. 3, die derzeitig verhandelt wird.

Rechtliche Grundlagen der psychotherapeutischen Versorgung

Anlage 1 - Psychotherapie-Vereinbarung Ärzte

Vertragsdatum: 15.01.2015
Fassung vom: 15.12.2014
Inkrafttreten: 01.01.2015
Anlage 1 - Psychotherapie-Vereinbarung Ärzte (PDF, 122 KB)

Historie der Psychotherapie-Vereinbarung

Psychotherapie-Vereinbarungen in den Fassungen von 1963 bis heute

Psychotherapie-Richtlinie

Aktuelle Richtlinien über die Durchführung der Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung inklusive Historie der Beschlüsse 1967 bis heute.

Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen

Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen gemäß §118 Abs. 2 SGB V
Vertragsdatum: 01.07.2010
Inkrafttreten: 01.07.2010
Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen (PDF, 132 KB)

Historie der Vereinbarungen zu Psychiatrischen Institutsambulanzen

Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Übersicht:

  • § 1 Berufsausübung
  • § 2 Approbation
  • § 2a Unterrichtungspflichten
  • § 3 Rücknahme, Widerruf und Ruhen der Approbation, Verzicht
  • § 4 Erlaubnis
  • § 5 Ausbildung und staatliche Prüfung
  • § 6 Ausbildungsstätten
  • § 7 Ausschluß der Geltung des Berufsbildungsgesetzes
  • § 8 Ermächtigung zum Erlaß von Rechtsverordnungen
  • § 9 Gebührenordnung bei Privatbehandlung
  • § 9a Dienstleistungserbringer
  • § 9b Verwaltungszusammenarbeit
  • § 9c Pflichten des Dienstleistungserbringers
  • § 10 Zuständigkeiten
  • § 11 Wissenschaftliche Anerkennung
  • § 12 Übergangsvorschriften

Gutachtertätigkeit Psychotherapie

Bewerbungsverfahren und Anforderungen für eine Gutachtertätigkeit

Gemäß Paragraf 12 der Psychotherapie-Vereinbarungen benennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Einvernehmen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen die jeweiligen Gutachter.

Für die konkrete Auswahl werden Bewerberlisten der Interessenten für eine Gutachtertätigkeit herangezogen. Von den jeweiligen Bewerberlisten werden Gutachter in der Regel alle fünf Jahre nach Bedarf benannt. Aktuell ist mit einer Neuberufung von Gutachtern von den Bewerberlisten nicht zu rechnen, da die Benennung von Gutachtern gemäß den Psychotherapie-Vereinbarungen für fünf Jahre im Juni 2014 erfolgt ist. Mit einer Neuberufung von Gutachtern ist im Frühjahr 2019 zu rechnen.

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Dabei werden für eine Gutachterbenennung jeweils alle Interessenten von den Bewerberlisten in die Auswahl mit einbezogen. Die konkrete Auswahl erfolgt dann nach weiteren übergeordneten Gesichtspunkten wie Regionalverteilung, Geschlechterverteilung, Verteilung nach den jeweiligen Grundberufen (Ärzte/Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten) und gegebenenfalls auch schon nachgewiesene Gutachtertätigkeiten für den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen).

Die Regularien für die Gutachterbestellung und die übergeordneten Kriterien für die Auswahl sind in § 12 Abs. 5 und 6 der Psychotherapie-Vereinbarungen festgelegt. Die Anforderungen für die Qualifikation als Gutachter nach den Psychotherapie-Richtlinien und -Vereinbarungen sind in Abschnitt F § 26b der Psychotherapie-Richtlinien geregelt.

Eine Gutachtertätigkeit kann demnach in den Bereichen tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie oder Verhaltenstherapie jeweils gesondert für den Bereich der Erwachsenenbehandlung oder der Kinder- und Jugendlichentherapie erfolgen, so dass hier vier gesonderte Listen für diese Bereiche geführt werden.

Im Hinblick auf Fragen nach der jeweils in Nr. 7 der Kriterien festgelegten „Altersgrenze“ für den Beginn der Gutachtertätigkeit ist darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um eine Bestimmung handelt, die auf Grund der Formulierung „in der Regel“ kein Ausschlusskriterium darstellt, so dass die Einreichung der Unterlagen auch dann erfolgen kann, sofern ansonsten alle Kriterien erfüllt werden. Es ist weiterhin darauf hinzuweisen, dass die Vertragspartner bei Überschreiten der „Altersgrenze“ mit besonderer Begründung eine Benennung trotzdem vornehmen können.

Alle fünf Jahre erfolgt eine Ausschreibung im Deutschen Ärzteblatt und dessen Ausgabe PP für Interessenten zur Aufnahme auf die Bewerberliste bei Nachweis der Erfüllung der oben genannten Kriterien der Psychotherapie-Richtlinien. Die entsprechenden Anträge sind formlos zu stellen.

Entsprechende Antragsformulare seitens der Vertragspartner der Psychotherapie-Vereinbarungen hierfür existieren nicht. Die Erfüllung der Kriterien der Richtlinien ist durch entsprechende Fotokopien zu belegen. Zur Aufnahme auf die Bewerberliste reicht es nicht aus, einen entsprechenden Antrag ohne Nachweis der in den Psychotherapie-Richtlinien geforderten Qualifikationsanforderungen zu stellen.

Für eine Aufnahme auf die Bewerberliste ist daher der Nachweis der Qualifikationsanforderungen, wie sie in F § 26b der Psychotherapie-Richtlinien gefordert sind, notwendig. Bei Erfüllung dieser Voraussetzungen erfolgt eine Aufnahme auf die Bewerberliste.

Die Ausschreibung findet jeweils etwa ein Jahr vor der geplanten Benennung neuer Gutachter statt. Da diese zuletzt im Juni 2014 erfolgt ist, wird die nächste Ausschreibung für Interessenten nicht vor Mai 2018 stattfinden. In der Zeit zwischen den Ausschreibungen werden seitens der Vertragspartner der Psychotherapie-Vereinbarungen keine Qualifikationsnachweise zur Prüfung angenommen.

Dokumente zur Gutachtertätigkeit