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Zulassung

Der Weg in die Niederlassung startet bei der Zulassung

Patienten in der eigenen Praxis zu behandeln, ist der Wunsch vieler Mediziner. Wer diesen Schritt gehen möchte, benötigt eine Zulassung als Vertragsarzt beziehungsweise als Vertragspsychotherapeut.

Erst mit der Zulassung sind Ärzte und Psychotherapeuten berechtigt, an der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung teilzunehmen. Nur dann dürfen sie gesetzlich krankenversicherte Patienten ambulant behandeln und die erbrachten Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen.

Wichtig ist außerdem, dass es dort, wo ein Arzt oder Psychotherapeut sich niederlassen oder auch anstellen lassen möchte, einen freien Arztsitz gibt.

Über die Zulassung entscheiden die Zulassungsausschüsse. Diese sind ein Gremium der sogenannten Selbstverwaltung. In den Ausschüssen sitzen sowohl Vertreter der Ärzteschaft als auch Vertreter der Krankenkassen. Zulassungsausschüsse gibt es in jedem der 17 Bezirke der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).

Die wesentlichen Schritte für eine Zulassung:

Eintrag in das Arztregister

Eintrag in die Warteliste (optional)

Antrag an den Zulassungsausschuss

Weitere Voraussetzung: Der Praxisstandort

Praxisbörsen helfen bei der Suche



Eintrag in das Arztregister

Der erste Schritt zur Zulassung ist der Eintrag in das Arztregister der KV, in deren Bereich der Arzt beziehungsweise Psychotherapeut seinen Wohnsitz hat oder – wenn er keinen Wohnort in der Bundesrepublik Deutschland hat – wo er tätig werden will. Wohnt er beispielsweise in Nürnberg, beantragt er den Eintrag in das Arztregister der KV Bayerns, wohnt er in Greifswald in das Arztregister der KV Mecklenburg-Vorpommern.

Jede KV führt ein Arztregister. Darin sind alle Ärzte, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aufgeführt, die zur ambulanten Versorgung von Kassenpatienten zugelassen sind beziehungsweise eine Zulassung anstreben. Im Arztregister werden neben Angaben zur Person und zur Praxis auch Qualifikationen wie das Fachgebiet, die Schwerpunkte und Zusatzbezeichnungen erfasst.

Zur Aufnahme in das Arztregister muss der Arzt eine Approbation und eine erfolgreich abgeschlossene allgemeinmedizinische Weiterbildung oder die Weiterbildung in einem anderen Fachgebiet (oder die bis zum 31.12.1995 erworbene Befugnis zum Führen der Bezeichnung „Praktische Ärzte“) vorweisen.

Der Psychologische Psychotherapeut benötigt neben der Approbation einen Abschluss an einem staatlich anerkannten Institut für Psychotherapie oder einen staatlichen Abschluss in einem der drei Richtlinienverfahren für Psychotherapie (Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie).

Für die Antragstellung zur Aufnahme in das Arztregister sind folgende Unterlagen erforderlich (als Original oder ausnahmsweise als beglaubigte Kopie):

  • ausgefülltes Antragsformular (der KV)
  • Geburtsurkunde
  • Urkunde der Approbation
  • Urkunde über Facharztanerkennung bzw. über die Qualifikationen im Richtlinienverfahren
  • Zeugnis über bisherige ärztliche Tätigkeit und bestandene Prüfungen
  • Urkunde über abgeschlossene Weiterbildungen

Eintrag in die Warteliste (optional)

Ist die Eintragung in das Arztregister erfolgt, ist es ratsam, sich im zweiten Schritt auf die Warteliste für eine Zulassung in dem angestrebten Fachgebiet setzen zu lassen.

Solche Wartelisten werden in der Regel für Fachgruppen geführt, für die ein Zulassungsstopp besteht. Auskünfte darüber, welche Fachgruppen in welchen Planungsbereichen von Zulassungsbeschränkungen betroffen sind, kann die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung geben. Bei ihr erfolgt auch der Eintrag in die Warteliste. Ob für den Eintrag ein formloses Schreiben genügt oder ein Antragsformular ausgefüllt werden muss, hängt von der jeweiligen KV ab.

Mit dem Eintrag in die Zulassungswarteliste bekundet der Arzt oder Psychotherapeut sein nachhaltiges Interesse an einer Niederlassung in einem für neue Praxen gesperrten Gebiet. Der Eintrag dokumentiert die Wartezeit auf einen Praxissitz und ist auch ein Kriterium bei der Entscheidung des Zulassungsausschusses, welcher Bewerber den ausgeschriebenen Arztsitz erhält.

Antrag an den Zulassungsausschuss

Nachdem der Arzt beziehungsweise Psychotherapeut in das Arztregister aufgenommen wurde, beantragt er die Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit beim örtlichen Zulassungsausschuss. Kriterien für die Entscheidung sind unter anderem die berufliche Eignung, das Approbationsalter des Antragstellers, die Dauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit und die familiäre Situation. Grundlage für Entscheidungen bilden die Bestimmungen des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) und die Zulassungsverordnung für Ärzte.

Die wichtigsten Dokumente für den Zulassungsantrag sind:

  • Antragsformular (erhalten Sie bei Ihrer KV)
  • Auszug aus dem Arztregister
  • Bescheinigungen über die seit der Approbation ausgeübten ärztlichen Tätigkeiten
  • unterschriebener Lebenslauf
  • polizeiliches Führungszeugnis

Weitere Voraussetzung: Der Praxisstandort

Bei der Beantragung der Zulassung muss der Arzt und Psychotherapeut auch einen Vertragsarztsitz angeben. Das heißt, er muss zu diesem Zeitpunkt bereits wissen, an welcher Adresse er künftig praktizieren wird.

Sollte jemand eine Praxis übernehmen oder in eine bestehende einsteigen, ist dies in der Regel kein Problem. Wer allerdings eine neue Praxis gründen möchte, muss im Vorfeld einen geeigneten Standort suchen.
Dabei ist auch die Bedarfsplanung zu beachten:

  • Praxisstandort in offenen Planungsbereichen

    In offenen Planungsbereichen können Sie sich jederzeit niederlassen. Sie können entweder eine Praxis neu gründen oder einen bereits vorhandenen Arztsitz übernehmen. In jedem Fall müssen Sie, sofern Sie bereits im Arztregister eingetragen sind, Ihre Zulassung für einen konkreten Praxissitz, d.h. mit Benennung einer Praxisadresse, beim Zulassungsausschuss beantragen.
    Übersicht offener Planungsbereiche
  • Praxisstandort in gesperrten Planungsbereichen

    In gesperrten Planungsbereichen können Sie sich in der Regel nur niederlassen, wenn Sie die Praxis eines Vorgängers übernehmen. Die Übergabe der Praxis kann nur durch ein Nachbesetzungsverfahren erfolgen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen veröffentlichen die Ausschreibungen in ihren Mitteilungsblättern und/oder auf ihren Internetseiten.

 Folgende Unterlagen werden für eine schriftliche Bewerbung benötigt:

  • Auszug aus dem Arztregister, wenn der interessierte Arzt bzw. Psychotherapeut nicht in dem Bereich der zuständigen Bezirksgeschäftsstelle in das Arztregister eingetragen ist
  • unterschriebener Lebenslauf

Falls Sie sich für mehrere Praxissitze gleichzeitig bewerben möchten, müssen Sie für jede Bewerbung die oben aufgeführten Unterlagen bei der jeweils zuständigen Bezirksgeschäftsstelle einreichen. Wichtig ist dabei, dass Sie die angegebene Bewerbungsfrist (in der Regel 2-4 Wochen) einhalten.

Praxisbörsen helfen bei der Suche

Wer auf der Suche nach einem Praxisstandort ist, sollte die Praxisbörsen nutzen. Viele Kassenärztliche Vereinigungen bieten solche Börsen mittlerweile auf ihren Internetseiten an.

Darüber hinaus werden freiwerdende Arztsitze in „gesperrten“ Gebieten in den Mitgliedermagazinen der KVen ausgeschrieben. Auch Anzeigen, zum Beispiel im Deutschen Ärzteblatt, können bei der Suche nach den passenden Praxisräumen helfen.

Denken Sie daran: Beantragen Sie am besten gleich die Genehmigung für die Erbringung qualitätsgesicherter Leistungen, wenn Sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. 

Mehr als zwei Drittel aller diagnostischen und therapeutischen Kassenleistungen unterliegen einer zusätzlichen Qualitätssicherung. Sie dürfen diese nur erbringen, wenn Sie bestimmte fachliche, organisatorische oder apparative Voraussetzungen erfüllen. Deshalb benötigen Sie eine Genehmigung Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Da die Überprüfung der geforderten Nachweise etwas Zeit in Anspruch nehmen kann, beantragen Sie Ihre qualitätsgesicherten Leistungen am besten zusammen mit dem Antrag auf Zulassung.

Denn erst nachdem Sie von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Genehmigung bekommen haben, können Sie diese Leistungen abrechnen und Ihr Honorar dafür erhalten. Das Spektrum solcher genehmigungspflichtigen Leistungen reicht dabei vom ambulanten Operieren über Ultraschalluntersuchungen bis hin zur Schmerztherapie etc.