Aus den Verbänden
Ärzte rufen Kassen zum Bürokratieabbau auf
Der Deutsche Hausärzteverband und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns weisen die Kritik der Krankenkassen, Ärzte verursachten zu hohe Bürokratiekosten, zurück.
Ärzte leisten neben der medizinischen Versorgung ihrer Patienten erhebliche Dokumentationsaufgaben und sind dazu noch mit einer Menge unnötiger Bürokratie belastet, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Der Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns, Dr. Wolfgang Krombholz, forderte die Kassen auf, beim Bürokratieabbau aktiv mitzuwirken.
Hintergrund ist unter anderem, dass der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Florian Lanz, die Dokumentationspflichten von Ärzten als zumutbaren Papierkram bezeichnet hatte. Zuvor waren die Krankenkassen in der Bild-Zeitung als eigentlicher Bürokratieverursacher kritisiert worden. (Pressemitteilung des Deutschen Hausärzteverbandes, 27. Januar; Pressemitteilung der KV Bayerns, 30. Januar; Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes, 26. Januar; Bild-Zeitung, 26. Januar)
ZI veröffentlicht bundesweite Strukturdaten zur regionalen Arztdichte
Ab sofort stellt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland in ihrem Versorgungsatlas Kennzahlen zur Arztdichte in der vertragsärztlichen Versorgung zur Verfügung. Die Daten der KBV sind hiermit erstmals auch auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte einsehbar. Unter www.versorgungsatlas.de können sich Interessierte unter anderem die Anzahl niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner anzeigen lassen.
Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des ZI, erklärt: In den Kennzahlen zur Arztdichte zeigt sich der Einfluss der geltenden Bedarfsplanung. Besonders gut sind die geltenden Niederlassungsbeschränkungen in den Diagrammen zur Arztdichte auf Kreisebene zu erkennen. (Pressemitteilung des ZI, 1. Februar)
Studie belegt Ärztemangel in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen
Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) hat die Ergebnisse seiner repräsentativen Befragung psychiatrischer und psychosomatischer Einrichtungen im Psychiatrie Barometer veröffentlicht. Unter anderem hat das DKI herausgefunden, dass der Ärztemangel in Krankenhäusern im Fachgebiet Psychiatrie am größten ist. Die Befragung wurde 2011 zum ersten Mal durchgeführt. (Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, 31. Januar)
Ärztekammer Westfalen-Lippe kritisiert Teile des geplanten Patientenrechtegesetzes
Die Ärztekammer (ÄK) Westfalen-Lippe hat in Bezug auf das geplante Patientenrechtegesetz vor mehr Bürokratie und Kontrolle sowie einer verstärkten Misstrauenskultur gewarnt. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst sagte über mögliche Auswirkungen des Gesetzes: Es ist zu befürchten, dass die Nähe und das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Behandler und Behandeltem konterkariert werden. Grundsätzlich bewertet die ÄK den Gesetzentwurf für die Patienten positiv, ist aber der Meinung, er gehe auf Kosten der Versorgung. (Pressemitteilung der ÄK Westfalen-Lippe, 1. Februar)
Medikamente bergen Verwechslungsgefahr
Die Arztbibliothek schildert im aktuellen CIRS-Fall des Monats Problemfeld: Medikamenten-Verwechslung einen Fall, bei dem ein Patient ein falsches Medikament erhielt. Grund für die Verwechslung war eine unleserliche Anordnung, bei der Calzium forte (Kalzium-Tablette) mit Cotrim forte (Antibiotikum) verwechselt wurde. Häufig führen ähnlich klingende (Sound-alike) oder ähnlich aussehende (Look-alike) Medikamente zur falschen Arzneimittelvergabe. Gesundheitsorganisationen sowie das Bundesministerium für Gesundheit haben bereits Sicherheitsempfehlungen zu dieser Problematik herausgegeben. Demnach sollen verschiedene Maßnahmen im Bereich der Medikamentenverabreichung, Logistik und ärztlichen Verordnung Arzneimittelverwechslungen reduzieren. (Arztbibliothek.de, 25. Januar)
