Versorgungskonzept zu AD(H)S
Die Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-)Störung (AD(H)S), im Volksmund auch Zappelphilipp- oder Träumsusensyndrom genannt, ist eine der häufigsten Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Man geht bundesweit von einer halben Million Betroffener aus allen sozialen Schichten aus. Die Patienten fallen durch ausgeprägte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen, impulsives Verhalten und starke Unruhe auf.
Nicht jedes zappelige, unaufmerksame oder impulsive Kind hat ADHS. Deshalb legt das Konzept der KBV-Vertragswerkstatt ein besonderes Augenmerk auf die Diagnostik und Differenzialdiagnostik, damit nur die Kinder therapiert werden, die auch wirklich an ADHS leiden. Das Ziel ist, in Frage kommende Patienten zu identifizieren und diese schnell, zielgerichtet und leitlinienorientiert von qualifizierten Vertragsärzten und Psychotherapeuten behandeln zu lassen.
Seit dem 1. April 2009 können die 16.000 in einer Betriebskrankenkasse (BKK) versicherten Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg an dem Vertrag teilnehmen, den die KBV gemeinsam mit der KV und der BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft in Baden-Württemberg abgeschlossen hat. Die Teilnahmebereitschaft ist bei in Frage kommenden Versicherten sowie bei den Ärzten und Psychotherapeuten sehr hoch. Es ist das erklärte Ziel der KBV, den Vertrag auch auf andere Regionen und weitere Partner auszuweiten, um die Versorgung von Patienten flächendeckend zu verbessern.

