AG Vertragskoordinierung

(c) Binagel / Fotolia
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Der Vertrag zur Förderung eines konsequenten Infektionsscreenings in der Schwangerschaft K.I.S.S. der AG Vertragskoordinierung mit der BIG direkt gesund

Zusammen mit der BIG direkt gesund hat die AG Vertragskoordinierung einen Vertrag nach § 73c SGB V zur Förderung eines konsequenten Infektionsscreenings in der Schwangerschaft K.I.S.S. entwickelt und abgeschlossen. Die Eckpunkte sind die Folgenden:

Aktuelle Versorgungssituation

Nach den vorliegenden Daten aus 2007 beträgt die Frühgeborenenrate in Deutschland 7,1 % der Lebendgeburten. Als Frühgeburt werden Babys betrachtet, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Dabei unterscheidet man die extremen Frühgeborenen, also Babys, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren werden. Etwa jedes 14. Kind der in Deutschland jährlich zirka 700.000 geborenen Babys. Während der medizinische Fortschritt in den vergangenen Jahren zu einer kontinuierlich steigenden Überlebensrate von Frühgeborenen gesorgt hat, ist die Zahl der Frühgeborenen seit den 1980er Jahren in Deutschland steigend. In vielen Fällen lassen sich die Gründe für die Frühgeburt nicht eindeutig ermitteln. Dennoch gibt es viele Hinweise, dass neben den Risiken des Lebensstils (Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum) und demografischen Faktoren (Alter oder sozioökonomischer Status der werdenden Mutter) auch unentdeckte vaginale Infektionen ein hohes Risiko für einen Blasensprung oder vorzeitig einsetzende Wehen sind, die eine Frühgeburt auslösen.

Versorgungsziele

In Deutschland werden schwangere Frauen in der Regel sehr engmaschig in mehrwöchigen Abständen von ihrem Gynäkologen betreut. Schwangere Patientinnen der BIG direkt gesund können die Vorsorgeuntersuchungen noch um das Konsequente Infektionsscreening in der Schwangerschaft (K.I.S.S.) durch einen vaginalen abstrich ergänzen. Dieser Abstrich wird auch entnommen, wenn die Schwangere keine Beschwerden hat oder Symptome zeigt. Bei einer Infektion, kann diese lokal behandelt werden und senkt das Risiko einer Frühgeburt.

Versorgungsauftrag

Grundlage dieses Versorgungskonzeptes sind die Studien von einem Forscherteam um Prof. Dr. Kiss aus der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien. Bei Schwangeren wird zwischen der 16. und 20. (spätestens bis zur 24.) Schwangerschaftswoche - auch ohne bestehende Symptome – ein Abstrich entnommen. Dieser wird an das von der BIG direkt gesund beauftragte Labor 28 in Berlin gesendet und dort befundet. Er wird dort auf bakterielle Vaginose untersucht. Bei einem positiven Befund wird die Infektion durch den behandelnden Gynäkologen lokal behandelt und kontrolliert.

Teilnahmevoraussetzungen für Ärzte

Teilnehmen können alle Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologen), die zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen sind. Sie können dieses Screening bei einer der während der Schwangerschaft vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durchführen.

Patientenorientierung

Eine Frühgeburt stellt ein hohes Risiko für Mutter und Kind dar und belastet die ganze Familie. Dieses Versorgungskonzept ergänzt die Vorsorgeuntersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaft vorgenommen werden. Die werdende Mutter zu beraten und sie mit diesem Screening qualitätsgesichert zu begleiten sind Kernanliegen des Konzepts.

Das Versorgungskonzept K.I.S.S. richtet sich an allen schwangeren Versicherten der BIG direkt gesund. Die Versicherte kann bei der BIG direkt gesund ein komplettes Untersuchungspaket anfordern, mit dem sie zu ihrem Gynäkologen geht. Dieses Untersuchungspaket beinhaltet u.a. ein Informationsschreiben für den Arzt, einen Objektträger für den Abstrich, einen adressierten und frankierten Umschlag für die Versendung des Abstrichs an das beauftragte Labor und die Zustimmung der Patientin zur Teilnahme an der Evaluation. Der Gynäkologe kann damit dann das Screening durchführen.

Patientinnen erhalten weitere Informationen auch im Internetauftritt der BIG direkt gesund

Evaluation

In einer randomisierten und kontrollierten prospektiven Multicenterstudie, die Prof. Dr. Kiss mit seinem Team durchgeführt hat, konnte durch das Screening die Rate der Frühgeburten um 50% gesenkt werden. Im Rahmen dieses Vertrages wird evaluiert, ob sich auch außerhalb der Studienbedingungen in der allgemeinen Versorgung die Anzahl der Frühgeburten signifikant senken lässt. Dazu wurde von der BIG direkt gesund ein Labor beauftragt, standardisiert die Befundung des Abstrichs vorzunehmen. Darüber hinaus wird ein unabhängiges Institut beauftragt die Umsetzung des Vertrages zu evaluieren. Erste Ergebnisse werden für 2012 erwartet.

Vergütung

Der Gynäkologe, der bei seiner Patientin das Screening durchführt, erhält für diese Leistung einmalig 26 €.

 
Letzte Änderung 03.09.2010