Selektivverträge können die kollektivvertragliche Versorgung ergänzen. Sie bieten die Möglichkeit, neue optimierte Konzepte der Versorgung von Patienten zu erproben. Die Vertragswerkstatt der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) konzentriert sich dabei insbesondere auf Patientengruppen mit besonders schwerwiegenden Erkrankungen, die die Lebensqualität des Versicherten stark beinträchtigen. Ziel der Vertragswerkstatt ist es dabei, passgenaue Lösungen für diese herausfordernden Versorgungsbedürfnisse zu entwickeln auch sektorenübergreifend. Versorgungskonzepte, die sich als nachhaltige Verbesserung der Versorgung durchsetzen, sollen Teil des Kollektivvertrags werden, um allen Patienten einen Zugang zu ermöglichen.
Die Vertragswerkstatt besteht aus einem interdisziplinär besetzten Team von Mitarbeitern in der KBV, das entsprechende Vertragskonzepte entwickelt, um die Versorgung bestimmter Patientengruppen zu optimieren. Seit die Vertragswerkstatt im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde, arbeiten so Ärzte, Therapeuten, Juristen, Volkswirte, Qualitätsexperten und Honorarfachleute in einer festen Projektstruktur an besonderen Lösungen für besondere Probleme. Dabei werden interne und externe Partner, wie Mitarbeiter aus den KVen, das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und vor allem die betroffenen Berufs- und Selbsthilfeverbände eingebunden. Bei der Umsetzung der Versorgungskonzepte kann die Vertragswerkstatt auf das Know-how der Arbeitsgemeinschaft Vertragskoordinierung zurückgreifen.
Zu den besonderen Erfolgen der Vertragswerkstatt gehören die Umsetzung der Versorgungskonzepte HIV/AIDS und AD(H)S.

