Sie als Arzt und Psychotherapeut können gemeinsam mit Kollegen die Versorgung gestalten. Mit dem 2004 in Kraft getretenen GKV-Modernisierungsgesetz sowie den Reformen durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz und das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz 2007 bestehen heute mehr Möglichkeiten denn je für Ärzte und Psychotherapeuten, ihren Beruf gemeinsam auszuüben. Neben den traditionellen Formen der Zusammenarbeit wie Gemeinschaftspraxis, Praxisgemeinschaft, Praxisnetz oder Belegarztvertrag können Ärzte und Psychotherapeuten seit dem 1. Januar 2007 beispielsweise auch in einer Teilberufsausübungsgemeinschaft oder in einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft arbeiten. Durch die Kooperation und Integration aller an der medizinischen Versorgung Beteiligten wird die Kontinuität der Behandlung gewahrt und knappe Ressourcen nicht an den Schnittstellen verschenkt. Da Formen der ärztlichen Zusammenarbeit in Zukunft im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Qualität immer mehr an Bedeutung gewinnen, möchten wir Ihnen auf diesen Seiten verschiedene Möglichkeiten der Kooperation vorstellen.
Kooperation zahlt sich aus.
Gerade in Zeiten knapper Mittel können Ärzte durch gezielte Kooperationen ihre Betriebskosten senken. Beispielsweise können sie Praxisräume, Geräte und Personal gemeinsam nutzen. Darüber hinaus können sie Investitionen auf mehreren Schultern verteilen. Gemeinsam lässt sich das Leistungsangebot für die Patienten ausbauen. Ein weiterer strategischer Vorteil liegt in der höheren Attraktivität einer ärztlichen Kooperation als Vertragspartner für Selektivverträge wie der integrierten Versorgung, hausarztzentrierten Versorgung und den Verträgen nach Paragraf 73c des Fünften Sozialgesetzbuches. Eine Kooperation kann aber auch nichtmonetäre Vorteile bieten wie eine flexiblere Arbeitseinteilung, die Entlastung von Verwaltungsaufgaben und damit einhergehend eine höhere Arbeitszufriedenheit.
Kooperation stärkt die Qualität.
Gemeinsam können Ärzte medizinische Versorgung in Kooperationen gestalten: Behandlungspfade, klare Absprachen über Kompetenzen und ein gemeinsames Informationsmanagement gewährleisten eine hohe Prozessqualität. Die Verknüpfung und Koordination der verschiedene Leistungsangebote erweitert oftmals den Gestaltungsspielraum in der ärztlichen Praxis. Der interkollegiale Austausch bereichert die tägliche Arbeit. In größeren Kooperationen kann ein professionelles Management Ärzte von Verwaltungsaufgaben entlasten, sodass die Medizin wieder mehr in den Vordergrund rückt.
Kooperation nützt Patienten.
Von einem Netzwerk von Ärzten unterschiedlichster Fachrichtungen können vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen profitieren. Eine abgestimmte Behandlung und die Kommunikation zwischen den kooperierenden Ärzten können diesen Patienten beispielsweise mehrfache Untersuchungen ersparen.
Die Zusammenarbeit von Ärzten bietet zudem die Möglichkeit, das eigene Angebot etwa durch Präventionsangebote zu erweitern und somit auch auf Patientenbedürfnisse einzugehen.
Kooperation bedeutet Vielfalt und Individualität.
Keine Kooperationsform ist per se die richtige. Regionale Strukturen und Bedürfnisse bestimmen die Versorgungsstruktur. Bei der Wahl der Kooperationsform sind persönliche Erwartungen und Präferenzen, regionale Gegebenheiten, die eigene Praxisstruktur und die Möglichkeiten der Kooperationspartner zu berücksichtigen.
Die neuen Gesetze, die 2007 in Kraft getreten sind, eröffnen auch erweiterte Möglichkeiten der Kooperation. Auf den folgenden Seiten werden Ihnen die gängigsten Kooperationsformen vorgestellt. Dazu gehören auch die Kooperationen im Rahmen von Selektivverträgen, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung als sinnvolle Ergänzung und nicht als Ersatz der Regelversorgung betrachtet. Denn noch können kooperative Versorgungsformen keine flächendeckende Versorgung leisten. Letzten Endes müssen alle Formen der ärztlichen Berufsausübung immer wieder an dem Hauptziel gemessen werden, die Versorgung aller Bürger qualitätsgesichert und im Sinne der Patienten zu gewährleisten. Neben der Einführung in die einzelnen Themen finden Sie hier auch Verweise auf weiterführende Informationen und Beratungsangebote Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Diese Seiten werden in den nächsten Monaten erweitert, um Ihnen auch in Zukunft einen Überblick über die weiteren Entwicklungen geben zu können.
Ärztliche Kooperationsformen im Überblick (PDF-Datei, 60 KB)



