Ausgabe 23, Dezember 2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wie beurteilen eigentlich die Versicherten die Versorgung durch ihren Haus- oder Facharzt? Und wie wichtig sind ihnen eigentlich Arztbewertungsportale oder eigenständige Internetseiten des Mediziners bei der Arztsuche? Das und noch viel mehr wollte die KBV dieses Jahr wissen und hat daher wie in den Vorjahren die Forschungsgruppe Wahlen mit der Durchführung einer Versichertenbefragung beauftragt. Die Befragung sollte die Zufriedenheit mit der ambulanten Versorgung ermitteln und unter anderem Informationen über den Impfschutz und die Erfahrungen mit individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) liefern.
2.048 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 79 Jahren wurden dafür in der letzten Septemberwoche befragt. Das erfreuliche Ergebnis: Die Zufriedenheit mit der ambulanten Versorgung insgesamt ist nach wie vor sehr hoch. 91 Prozent der Versicherten gaben an, dass sie ein gutes bis sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt haben. 92 Prozent schätzen dessen Fachkompetenz als sehr gut bzw. gut ein. Interessant ist auch, dass lediglich zehn Prozent der Versicherten bereits einmal im Internet ein Arztbewertungsportal genutzt haben und von diesen wiederum nur 44 Prozent die dort zu findenden Informationen nützlich oder sehr nützlich fanden. Wenn Sie Interesse an diesen und vielen anderen Ergebnissen der Befragung haben, finden Sie den Abschlussbericht sowie die Tabellenbände mit allen Daten auf unserer Internetseite: http://www.kbv.de/versichertenbefragung2011.html.
In diesen Tagen werden in der Gesundheitspolitik wieder einmal die Weichen neu gestellt. Zum einen hat gerade im Bundestag die 2. und 3. Lesung des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes stattgefunden, das zum 1. Januar 2012 in Kraft treten soll. Die KBV begrüßt die beabsichtigten Strukturveränderungen, die im Sinne der Patienten vor allem auch die ärztliche Versorgung auf dem Land verbessern. So werden im Gesetz Anreize geschaffen, damit Ärzte sich in ärztlich unterversorgten Regionen niederlassen. Zum anderen soll Ende des Jahres der Kabinettsentwurf des Patientenrechtegesetzes vorliegen. Ziel dieses Gesetzes ist, die langjährige Diskussion über die Rechte der Patientinnen und Patienten aufzugreifen und eine größere Transparenz über die bereits bestehenden, umfangreichen Rechte herzustellen. Wir dürfen also gespannt sein.
Für diese Ausgabe von KBV Kontakt konnten wir Marcel Weigand gewinnen, der eine Checkliste zur Vorbereitung von Krankenhausaufenthalten vorstellt und Christa Steinhoff-Kemper, die über die Auszeichnung des ersten Selbsthilfefreundlichen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen berichtet. In dieser und den nächsten Ausgaben werden wir Ihnen verschiedene Kooperationsformen von niedergelassenen Ärzten vorstellen. Beginnen wird Matthias Hofmann mit der Vorstellung der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und der Gemeinschaftspraxen. Ich möchte Sie darüber hinaus auf die Broschüre der ÄZQ Sichere Arzneimitteltherapie aufmerksam machen, die Ihnen Silja Schwencke vorstellt. Wir werden diese Broschüre und weitere Informationen auf unserer Arzneimitteltherapietagung am 25. Januar vorstellen, zu der wir Sie herzlich einladen.
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Dr. med. Adela Litschel
Abteilung Flexible Versorgungsformen und Patientenorientierung
KBV

