Richtig inhalieren bei Asthma und COPD
Liebe Patientin, lieber Patient,
Sie haben eine chronische Lungenerkrankung Asthma oder COPD (auf Deutsch: dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung) und inhalieren deshalb Medikamente. Wie gut diese wirken, hängtstark davon ab, wie gut Sie das Inhalationsgerät anwenden. Hier finden Sie Informationen und Tipps zumUmgang mit Inhalationsgeräten für Ihre Atemwegsmedikamente.
So funktioniert die Atmung
Um besser verstehen zu können, wie Ihre Medikamente wirken, ist es wichtig, die normale Atmung zukennen: Die Lunge ist aufgebaut wie ein umgekehrterBaum mit der Luftröhre als Stamm. Von dort gelangtdie Luft über zwei große Hauptäste und viele kleine Zweige die Bronchien bis zu den Blättern, den Lungenbläschen. Von dort aus wandert der Sauerstoffins Blut. Deswegen ist es so wichtig, dass dieAtemluftungehindert bis zu den Lungenbläschen strömen kann. BeiAsthma und COPD sind dieAtemwege die Bronchien aufgrund einer Entzündung zeitweise (Asthma)oder ständig (COPD) verengt. Die Atemluft kann nichtmehr ungehindert ein- und ausströmen.
Medikamente zum Inhalieren
Bei Asthma und COPD werden Medikamente, die dieAtemwege erweitern (Bronchodilatatoren), und entzündungshemmende Medikamente (Kortisonpräparate) inhaliert, also eingeatmet.Da Medikamente zum Inhalieren vorwiegend dort wirken, wo sie benötigt werden, an den Atemwegen sind sie besser verträglich als entsprechende Tabletten mit dem gleichen Wirkstoff. Sie können deshalbniedriger dosiert werden, und mögliche Nebenwirkungen sind geringer. Genaue Informationen zu einzelnen Medikamenten finden Sie in den PatientenLeitlinien (siehe Kasten auf der Rückseite).
Geräte zum Inhalieren
Es gibt viele verschiedene Geräte zum Inhalieren, diesich in ihrer Handhabung und ihren Vor-und Nachteilen zum Teil sehr unterscheiden. Die häufigsten Geräte-Typen sind Dosieraerosole und Pulverinhalatoren.
Beispiele für Dosieraerosole
Bei einem Dosieraerosol wird das Medikament in Form vieler winziger Tröpfchen versprüht. Den Sprüh-stoß lösen Sie dabei per Hand aus, bei atemzuggesteuerten Dosieraerosolen auch durch Ihre Einatmung. Die Inhalation muss dabei genau auf den Sprühstoß abgestimmt sein. Sie müssen also gleichzeitig sprühen und einatmen.
Beispiele für Pulverinhalatoren
Beim Pulverinhalator gelangt das Medikament verteilt auf winzige Pulverteilchen in die Atemwege. Dieauslösende Handbewegung und die Einatmung müssen dabei nicht aufeinander abgestimmt werden.Weil Sie beim Pulverinhalator deutlich kräftiger einatmen müssen als beim Dosieraerosol, ist er nur geeignet, wenn Sie ausreichend stark einatmen können.
Richtig Inhalieren
Auch wenn es einfach aussieht, muss das Inhalieren gelernt werden. Hier das Beispiel eines Dosieraerosols:
- die Schutzkappe abnehmen
- Gerät kräftig schütteln
- vollständig ausatmen
- Mundstück mit Lippen und Zähnen dicht umschließen
- beim Einatmen: Kopf leicht zurückneigen
- gleichmäßig und tief einatmen
- gleichzeitig mit dem Einatmen den Sprühstoß auslösen
- tief durch den Inhalator einatmen
- die Luft fünf bis zehn Sekunden lang anhalten, damit das Medikament in den Lungen wirken kann
- langsam ausatmen, möglichst durch die Nase
- die Schutzkappe wieder aufsetzen
Was sie sonst tun können
Damit das Medikament gerade in den kleineren Bronchien ankommt und dort wirken kann, ist es äußerst wichtig, dass Sie mit Ihrem Gerät das richtige Einatmen
des Medikaments erlernen. Sie können dazu zum Beispiel an einer Patientenschulung teilnehmen oder sich in der Apotheke informieren, in der Sie das Gerät erhalten. Auch der Beipackzettel enthält zusätzliche Informationen. Vor allem aber unterstützt Sie Ihr Arzt. Lassen Sie sich von ihm erklären:
- warum Ihr Gerät das für Sie richtige Gerät ist
- welche Schutzkappen oder Hüllen Sie vor dem Gebrauch entfernen müssen
- ob Sie das Gerät vor Gebrauch schütteln müssen
- ob und wie Sie das Gerät reinigen sollen
- wann und wie Sie das Gerät nachfüllen müssen
- woran Sie erkennen können, wann das Gerät ersetzt werden muss
- in welcher Haltung Sie inhalieren sollen
- wie Sie beim Anwenden des Gerätes atmen sollen
Führen Sie Ihrem Arzt öfter vor, wie Sie das Gerät benutzen so sind Sie auf der sicheren Seite.
Diese Patienteninformation beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und fasst wichtige Punkte der PatientenLeitlinien Asthma und COPD zusammen.
Weiterführende Links
PatientenLeitlinien Asthma und COPD:
http://www.patienten-information.de/patientenleitlinien
An der PatientenLeitlinie beteiligte Selbsthilfeorganisationen bzw. Kooperationspartner:
www.patienten-information.de/patientenbeteiligung/selbsthilfe
www.azq.de/pf
Kontakt zu Selbsthilfegruppen
Wo Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen): www.nakos.de, Telefon: 030 / 3101-8960
Verantwortlich für den Inhalt
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
- Gemeinsames Institut von BÄK und KBV -
Telefon: 030 / 4005-2500
Telefax: 030 / 4005-2555
E-Mail: patienteninformation@azq.de
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