Reparatur für die Stoßdämpfer im Knie
Eine Sportverletzung ist oft nur mit einer aufwändigen Operation im Krankenhaus zu beheben. Ein längerer Klinikaufenthalt ist die Folge. Nicht so beim Meniskusschaden. Denn die Ergebnisse einer ambulanten Operation dieser Verletzung sind erstklassig.Zuverlässiger Lastenesel
Der Meniskus wirkt wie ein Stoßdämpfer im Kniegelenk. In jedem Bein gibt es zwischen Ober- und Unterschenkel zwei dieser sichelförmigen Faserknorpelscheiben, einen Innen- und einen Außenmeniskus. Sie passen sich jeder Bewegung an, dämpfen die Lasten, die zum Beispiel beim Springen oder Joggen auf das Kniegelenk wirken, und verteilen sie gleichmäßig auf das Gelenk.
Risiko für Sportler
Besonders für Sportler ist das Risiko groß, diesen zuverlässigen Stoßdämpfer ungewollt zu beschädigen. Eine ungeschickte Drehbewegung beim Ski fahren, eine zu starke Beugung des Kniegelenks beim Fußball und der Meniskus kann sich aus seiner Verankerung lösen oder einreißen. Bei den großen Belastungen, die der Meniskus täglich ausgleichen muss, ist auch der natürliche Knorpelverschleiß ein Grund für eine höhere Verletzungsanfälligkeit. Allmählich bilden sich feinste Spalten im Meniskus, die bei einer Belastung zum Beispiel beim Sport zu Rissen führen.
Arthroskopie: Sehen und sofort behandeln
Das Ergebnis des Meniskusschadens: starke Schmerzen im Knie. Oft kommen auch eine Schwellung und ein Gelenkerguss hinzu. Wenn sich Teile des verletzten Meniskus ungünstig verschieben, kann das Knie völlig blockiert sein. Es lässt sich dann nicht mehr beugen. Eine Operation wird nötig. Schnelle Hilfe bringt eine Kniespiegelung, die so genannte Arthroskopie, betont Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Dieser Eingriff erlaubt sowohl eine genaue Diagnose als auch eine gleichzeitige Behandlung. Er erfolgt inzwischen ambulant. Der Orthopäde oder Unfallchirurg führt dazu eine zwei bis drei Millimeter große Kamera und etwa fünf Millimeter große Operationsinstrumente in das Gelenk ein. Die Kamera liefert ein etwa fünffach vergrößertes Bild des Meniskus auf einen Monitor. Mit ihrer Hilfe kann der Arzt die Verletzung beheben, ohne große Narben zu verursachen. Der Meniskus wird wieder genäht oder geklammert, an seinen Platz gebracht und fixiert, erläutert Köhler. Manchmal muss der Operateur allerdings auch einen Teil der geschädigten Knorpelscheibe entfernen. Nach der Kniespiegelung wird das Bein zunächst durch eine Schiene ruhig gestellt. Nach etwa 14 Tagen beginnt eine kräftigende Krankengymnastik. Auf den Beginn eines ernsthaften Trainings müssen Sportskanonen aber gut ein halbes Jahr warten.
Aufwärmtraining ist wichtig
Wer einem Meniskusschaden vorbeugen möchte, sollte seine Muskeln vor dem Sport gut aufwärmen. Das Aufwärmtraining bietet zwar keine völlige Sicherheit, aber sie reduziert die Gefahr von Sportverletzungen auch die eines Meniskusschadens.
