Vorbeugen
Schlaganfall und Herzinfarkt so können Sie vorbeugen
Fast 300.000 Menschen in Deutschland bekommen jedes Jahr einen Herzinfarkt fast die Hälfte von ihnen stirbt im ersten Monat danach. Von einem Schlaganfall sind jährlich rund 200.000 Bürger und Bürgerinnen betroffen. Rund 70.000 Patienten sterben in der Folge. Wer die Risikofaktoren kennt und meidet, kann viel dazu beitragen, keinen Schlaganfall oder Infarkt zu bekommen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Rauchen, bestimmt Rhythmusstörungen am Herzen und ein erhöhter Cholesterinspiegel.
Erhöhter Blutdruck
Grundsätzlich ist ein erhöhter Bluthochdruck der bedeutendste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Daher ist es wichtig, regelmäßig seinen Blutdruck überprüfen zu lassen. Dann bleiben erhöhte Werte nicht lange unentdeckt. Stellt der Arzt erhöhte Werte fest, wird er seinen Patienten beraten, welche Behandlung nötig ist, um den Druck zu normalisieren und so Folgeschäden zu vermeiden. Studien haben gezeigt, dass sich so allein in den USA rund 250.000 Schlaganfälle vermeiden ließen das entspricht rund einem Drittel aller Anfälle. Wer zu hohe Blutdruckwerte hat, profitiert übrigens in jedem Alter von einer Senkung des Drucks. Es ist nie zu spät für eine Blutdrucksenkung. Allerdings gilt auch: Je eher desto besser.
Das können Sie selber tun
Nicht jeder Patient mit Bluthochdruck muss Medikamente einnehmen. Häufig genügt es, ein paar Regeln zu beachten: Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport, zum Beispiel Schwimmen, Fahrradfahren oder Joggen. Das kann den Druck um rund 10 bis 15 mmHg senken. Allerdings sollten Sie vorher mit Ihrem Hausarzt sprechen, welcher Sport für Sie geeignet ist. Wichtig ist auch: Er sollte Ihnen Spaß machen, damit Sie regelmäßig dabeibleiben.
Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie versuchen, abzunehmen. Auch das kann Ihren Blutdruck senken. Ihr Hausarzt kann Ihnen eine Ernährungsberatung in Ihrer Nähe empfehlen.
Wenn Sie rauchen, sollten Sie versuchen, damit aufzuhören. Rauchen ist wie Bluthochdruck ein Risikofaktor für Arterienverkalkung und trägt außerdem dazu bei, dass der Blutdruck steigt. Auch hierzu kann Ihr Arzt Sie beraten. Übrigens: Diese Regeln gelten auch dann, wenn Sie Medikamente gegen zu hohen Blutdruck einnehmen müssen.
Rauchen
Vom Rauchen werden viele Organe geschädigt: Lunge, Herz und Gehirn bis hin zu Nieren, Harnblase und Beinen. Grundsätzlich ist es zu jeder Zeit und in jedem Alter ein gesundheitlicher Gewinn, mit dem Rauchen aufzuhören. Studien haben gezeigt, dass zehn Zigaretten pro Tag die Wahrscheinlichkeit, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben, bei Männern um 18 Prozent, bei Frauen sogar um 31 Prozent erhöhen.
Das können Sie selber tun
Rund 28 Prozent der Deutschen über 15 Jahre rauchen das haben Umfragen ergeben. Die Befragungen zeigen allerdings auch, dass fast die Hälfte von ihnen gerne damit aufhören möchte. Nur: Das ist häufig leichter gesagt als getan! Damit der Rauch-Stopp gelingt, bieten verschiedene Ärzte Anti-Rauch-Gruppen an, in der die Teilnehmer in mehreren Treffen zusammen lernen, wie sie in Zukunft ohne auskommen. Die Kosten muss der Raucher selbst übernehmen sie liegen um die 200 Euro. Wer eine Schachtel pro Tag raucht, hat das Geld also nach knapp zehn Wochen schon wieder eingespart.
Rhythmusstörungen am Herzen: Vorhofflimmern
Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen, vor allem bei älteren Menschen. Experten gegen davon aus, dass rund acht Prozent aller 80-Jährigen davon betroffen sind. Beim Vorhofflimmern arbeiten der rechte und der linke Vorhof im Herzen nicht mehr regelmäßig. Eine Folge davon ist, dass auch die Kammern, die das Blut in den Lungen- und den Körperkreislauf pumpen, nicht mehr regelmäßig schlagen. Beim Vorhofflimmern können sich im Herzen dann Blutgerinnsel bilden. Wenn diese mit dem Blut ausgeschwemmt werden, können sie Gefäße verstopfen, die das Gehirn versorgen. Ein Schlaganfall ist die Folge. Studien haben gezeigt: Wer unter Vorhofflimmern leidet, hat ein Schlaganfallrisiko von rund 4,5 Prozent pro Jahr! Kommen weitere Risikofaktoren hinzu zum Beispiel Bluthochdruck steigt die Gefahr noch weiter.
Das können Sie selber tun
Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und Ihren Puls kontrollieren. Wenn Ihr Herzrhythmus unregelmäßig ist, wird der Arzt ein EKG anfertigen. Damit kann er ein Vorhofflimmern feststellen. Ist dies der Fall, kann es sinnvoll sein, die Blutgerinnung mit bestimmten Medikamenten zu verringern, damit sich im Herzen keine Blutgerinnsel bilden. Diese Medikamente erhöhen zwar auch die Gefahr einer Blutung auch einer Hirnblutung , verschiedene Studien haben aber gezeigt, dass der positive Effekt der gerinnungshemmenden Medikamente überwiegt. Neurologen gehen aufgrund dieser Studien davon aus, dass mindestens zehn Schlaganfälle verhindert werden könnten, wenn 1000 Patienten mit Vorhofflimmern ein Jahr lang mit Gerinnungshemmern behandelt werden.
Erhöhter Cholesterinspiegel
Ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut ist ein klarer Risikofaktor für Herzinfarkte. Der Zusammenhang zwischen zu hohen Blutfetten und einem Schlaganfall ist allerdings weniger eindeutig. Experten empfehlen trotzdem auch in Hinblick auf das Schlaganfallrisiko, auf die Cholesterinwerte zu achten. Nach der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnis gilt dies besonders für Patienten, die unter einer Verkalkung der Herzkranzgefäße leiden oder bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. Häufig bemerkt der Betroffene nichts davon, dass sein Cholesterinspiegel erhöht ist. Deshalb ist es wichtig, die Werte regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Das können Sie selber tun
Zwei Maßnahmen sind wichtig, um einen zu hohen Blutcholesterinwert zu senken: Die eine ist regelmäßige Bewegung. Fragen Sie Ihren Hausarzt, welche Sportart für Sie geeignet ist und ob er einen Verein oder eine Gruppe kennt, wo Sie diese ausüben können.
Der zweite Punkt ist die Ernährung: Wer unter erhöhten Blutfetten leidet, sollte fett- und cholesterinhaltige Lebensmittel meiden. Dazu gehören zum Beispiel Schweinefleisch, Innereien und Eier. Gehen Sie sparsam mit Butter und Kochfett um und vermeiden Sie auf dem Brot Wurst und fetten Käse. Empfehlenswert sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Brot und andere Getreideprodukte, Kartoffeln, Früchte und Gemüse. Positiv auf den Cholesterinspiegel wirken sich außerdem ungesättigte Fettsäuren aus sie sind zum Beispiel in Oliven-, Sonnen- und Distelöl enthalten.
Wichtig ist außerdem die Zubereitung der Nahrungsmittel: Gedünstete Nahrung ist zum Beispiel fettärmer als gebratene.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie ein Medikament nehmen müssen, um die Blutfette weiter zu senken. Ein solches Präparat ersetzt aber die oben beschriebenen Maßnahmen nicht, sondern ist nur eine zusätzliche Hilfe.
Vorsorge
Gehen Sie regelmäßig zu der zweijährlichen Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35). Bei dieser Vorsorgeuntersuchung können Sie Ihren Arzt auch nach Ihren persönlichen Risikofaktoren fragen und gegebenenfalls eine vorbeugende Therapie beginnen.
