Rückenschmerzen

Bleiben Sie in Bewegung!

Viele Patienten mit Rückenschmerzen glauben, sie müssten die Wirbelsäule entlasten, sich möglichst nicht bewegen und bei besonders schweren Schmerzen sogar im Bett bleiben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt: Das Gegenteil davon ist richtig – der Schlüssel dazu, frei von Rückenschmerzen zu werden, ist in den meisten Fällen Aktivität und Bewegung. Längere Schonung und Bettruhe schaden nur, weil die Halte- und Stützmuskulatur der Wirbelsäule dabei noch schwächer und damit anfälliger wird. Wer sich jedoch regelmäßig im Alltag bewegt und außerdem Sport treibt, hat gute Aussichten, seine Rückenschmerzen los zu werden.

Tipps:

 

Krankengymnastik

Bei der Krankengymnastik lernen Rückenpatienten mit Hilfe eines Therapeuten, ihre Rücken- und Rumpfmuskulatur gezielt zu trainieren. Verschiedene Anspannungs-, Dehnungs- und Entspannungsübungen stärken die Haltemuskulatur der Wirbelsäule. Rückenschmerzen verschwinden so schneller und neuen Schmerzattacken wird wirkungsvoll vorgebeugt. Wichtig ist, die Übungen regelmäßig – möglichst täglich – zu absolvieren. Rückenpatienten sollten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ab wann eine Krankengymnastik für sie in Frage kommt – normalerweise ist dies möglichst schnell der Fall. Der Hausarzt oder Orthopäde kann auch einen Krankengymnasten in der Nähe empfehlen.

Massagen und Wärmebehandlungen

Viele Patienten empfinden Wärmebehandlungen – zum Beispiel mit Rotlicht – und Massagen als sehr angenehm. Wichtiger als die passive Behandlung ist jedoch das aktive Bewegungstraining.

Rückenschule

Die Krankengymnastik wird häufig kombiniert mit einer so genannten Rückenschule. Hier lernen Patienten, welche Bewegungen und Angewohnheiten im Alltag dem Rücken schaden und wie man sie vermeidet. Wie hebe ich richtig? Welche Höhe sollte mein Bürostuhl haben? Und welche der Schreibtisch? Wie solle ich beim Bügeln stehen? Diese und andere Fragen klären sich in der Rückenschule. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen: Obwohl es wichtig ist, falsche Haltungen und Bewegungsabläufe zu meiden, ist das wichtigste die gezielte Stärkung der Haltemuskulatur.

Schmerzmittel

Während der akuten Phase der Schmerzen kann der Arzt verschiedene Schmerzmittel verschreiben – in Frage kommen zum Beispiel Medikamente, welche die Wirkstoffe Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure enthalten. Allerdings dienen diese Medikament nur dazu, die Patienten schnell wieder auf die Beine zu bringen – eine Dauerbehandlung mit Schmerzmitteln ist nicht sinnvoll und kann sogar gesundheitsschädigend wirken. Unter anderem können oben genannte Medikamente zum Beispiel die Magenschleimhaut angreifen. Sie helfen aber dabei, die Phase der schlimmsten Beschwerden zu überbrücken, damit der Betroffene rasch damit beginnen kann, seine Rückenmuskulatur zu stärken und nicht durch eine längere Inaktivität noch anfälliger wird.

Sport

Wer bislang nicht regelmäßig Sport treibt, sollte spätestens dann damit beginnen, wenn er Rückenschmerzen bekommt. Allerdings ist nicht jede Sportart geeignet – zum Beispiel scheinen viele Ballsportarten mit raschen und abrupten Bewegungsabläufen wie Handball, Tennis, Badminton oder Squash die Wirbelsäule eher zusätzlich zu belasten. Schwimmen, Wandern, Jogging oder der Modetrend Walking sind dagegen eher günstig. Rückenpatienten sollten sich mit ihrem Arzt beraten, welche Sportarten in Frage kommen – der Arzt muss dabei auch mögliche weitere Erkrankungen des Patienten bedenken. Wichtig ist außerdem, dass der Sport dem Betreffenden Spaß macht – sonst bleibt er oder sie nicht dabei. Auch hier gilt: Die Regelmäßigkeit macht´s.

Tipps für den Alltag

Wer unter Rückenschmerzen leidet, sollte zum einen seinen Alltag rückenschonend gestalten und zum anderen seine Haltemuskulatur gezielt stärken.

Zu vieles Sitzen ist schlecht: Stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie einige Schritte auf und ab. Versuchen Sie außerdem, nicht immer gleich zu sitzen. Günstig ist zum Beispiel ein Sitzball – er sorgt dafür, dass sich die Sitzhaltung ständig ein wenig verändert.

Tragen Sie nicht mit gebeugtem sondern mit geradem Rücken. Wenn Sie etwas heben, beugen sie dazu den Rücken nicht, sondern heben aus den Knien. Tragen Sie Lasten nie einseitig: Zwei halbvolle Einkaufstüten – eine für links, die andere für rechts – sind besser als eine volle und schwere. Tragen sie Lasten außerdem möglichst körpernah: Ein Rucksack ist zum Beispiel besser als ein Koffer.

Sorgen Sie dafür, dass Bügelbrett und Spüle eine Höhe haben, die es ermöglicht gerade und entspannt davor zu stehen. Durchforsten Sie Ihren Alltag auch auf andere Rückenkiller: Ist der Staubsaugergriff zu kurz? Wie sitzen Sie im Auto?

Beginnen Sie damit, regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag zu installieren: Gehen Sie zum Beispiel kurze Wege zu Fuß statt das Auto zu verwenden oder steigen Sie eine Bushaltestelle früher aus und gehen die zusätzliche Strecke. Vielleicht können Sie auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Wichtig ist: Bleiben Sie in Bewegung!

 
Letzte Änderung 10.09.2003