Nicht nur eine Erkrankung der Alten
Zuckerkrankheit ist nicht gleich Zuckerkrankheit: Es gibt verschiedene Formen und Ursachen gleich ist ihnen allen, dass der Zucker im Blut ansteigt. Auch ein leicht erhöhter Zuckerspiegel kann auf Dauer die Blutgefäße im Körper schädigen und so Nieren- und Augenschäden verursachen oder zu einem Herzinfarkt beitragen.Zucker im Blut: Grundsätzlich wichtig
Die Zellen des Körpers brauchen Zucker im Blut sie verbrennen ihn, um Energie zu gewinnen. Dazu benötigen sie das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse: Fehlt das Insulin, können die Zellen den Zucker aus dem Blut nicht mehr aufnehmen der Blutzuckerspiegel steigt an.Beim Diabetes Typ 1 sind die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und produzieren daher nicht mehr genügend von dem Hormon. So entsteht der typische Insulinmangeldiabetes, der häufig schon im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter beginnt.
Der Diabetes Typ 2 wird auch als Altersdiabetes bezeichnet mittlerweile leiden aber auch immer mehr Jugendliche oder sogar Kinder unter dieser Form der Zuckerkrankheit. Bei diesem Typ werden die Körperzellen immer unempfindlicher für Insulin. Obwohl der Insulinspiegel hoch genug ist, nehmen sie den Zucker aus dem Blut nicht mehr auf. Deswegen produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, bis nach einer jahrelangen Überproduktion die insulinbildenden Zellen erschöpft sind. Diese Form der Zuckerkrankheit kommt häufig bei Menschen vor, die übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen.
Eine weitere Form der Zuckerkrankheit ist der so genannte Schwangerschaftsdiabetes: Er ist eine der häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen rund drei Prozent aller Schwangeren leiden darunter. Nach der Geburt verschwindet er wieder, aber fast jede zehnte Frau mit einem Schwangerschaftsdiabetes entwickelt in den folgenden Jahren einen Diabetes Typ 2.
Symptome und Beschwerden
Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel beobachten die Betroffenen oft, dass sie starken Durst haben und besonders häufig zur Toilette müssen. Oft ist der Appetit gering und sie verlieren Gewicht, sind müde, kraftlos und abgeschlagen. Typisch sind außerdem Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe.Viele Menschen mit einem Typ-2-Diabetes haben sehr lange keine Beschwerden. Wenn sie nicht regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren, bleibt der erhöhte Zucker unentdeckt. Das bedeutet aber nicht, dass er keine Schäden anrichtet: Die Diagnose Diabetes wird dann oft erst bei einem Herzinfarkt oder einer anderen Folge des erhöhten Blutzuckers gestellt.
Diabetes in der Familie
Wer Angehörige hat, die unter einer Zuckerkrankheit leiden, der hat ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Diabetes zu erkranken. Dabei herrscht aber kein Automatismus: Nicht jeder, dessen Mutter oder Vater zuckerkrank war, wird ebenfalls Diabetiker. Ärzte sprechen von einer familiären Belastung sie erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit, eine Erkrankung zu bekommen. Viel liegt an den Betroffenen selber: Die Alterszuckererkrankung bricht normalerweise nur bei Patienten aus, die Übergewicht haben und sich zu wenig bewegen. Eine gesunde Lebensführung mit gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung ist die beste Vorbeugung.Spätschäden drohen
Wer längere Zeit mit einem erhöhten Blutzucker gelebt hat, der muss mit Folgekrankheiten und -schäden rechnen. Im wesentlichen trägt der erhöhte Blutzucker dazu bei, dass sich Blutgefäße verändern. Je nachdem, welche Blutgefäße dies sind, treten die Schäden an unterschiedlichen Stellen auf: Zum Beispiel im Herzen die Folge ist ein Herzinfarkt. Oft sind die Gefäße des Beines und vor allem des Fußes geschädigt, der immer schlechter durchblutet wird und häufig amputiert werden muss. Verändern sich die Gefäße der Netzhaut, läuft der Betroffene Gefahr zu erblinden. Sehr häufig sind Störungen der Nierenfunktion bis hin zum dialysepflichtigen Nierenversagen, Erektionsstörungen und die Schädigung von Nerven, die eine allgemeine Empfindungsstörung nach sich zieht. Die Betroffenen klagen zum Beispiel über Kribbeln, eine Empfindung wie Ameisenlaufen oder über Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühle.Wer sich für die Risikofaktoren insbesondere von Herz-Kreislauf-Erkrankungen interessiert, erfährt Genaueres auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Bereich Patienten unter der Rubrik Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
