Lieber Patient,
die Diagnose Krebs ist für die meisten Betroffenen nach wie vor ein schwerer Schock. Wenn Sie mehrüber Ihre Erkrankung wissen, werden Sie ihr besser begegnen können. Diese Information richtet sich an Männer, bei denen der Verdacht auf Prostatakrebs im frühen Stadium besteht. Sie soll Ihnen helfen, sich ein erstes Bild von der Krankheit zu machen und Sie über mögliche Untersuchungen und Behandlungen informieren. DIE ERKRANKUNG : Bei jedem sechsten Mann über fünfzig Jahre wird heute Prostatakrebs festgestellt. Vier von fünf Männern mit Prostatakrebs sterben aber nicht an ihrer Krebserkrankung, denn die meisten heute entdeckten Prostatakarzinome haben eine gute Prognose. Allerdings gibt es unterschiedliche Arten von Prostatakrebszellen. Manche vermehren sich sehr schnell und aggressiv, andere wachsen langsam. Entsprechend unterschiedlich sind die angezeigten Behandlungsmöglichkeiten. Nach einer genauen Diagnose können Sie und Ihr Arzt die Gefahr, die von dem Tumor ausgeht, besser einschätzen. Dazu sind einige Untersuchungen nötig.
Die Untersuchungen sollen klären:
Aus den erhobenen Werten kann Ihr Arzt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit und die Aggressivität des Tumors ziehen. Damit lassen sich Aussagen darüber treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Tumor wachsen wird. Viele Tumore haben eine so gute Prognose, dass sie niemals Beschwerden verursachen werden.
Entscheiden Sie über die weitere Behandlung erst, wenn Sie alle Ergebnisse der Untersuchungen erfahren und verstanden haben. Handeln Sie keinesfalls unter Druck und Angst. Nehmen Sie sich Zeit und ziehen Sie, wenn es Ihnen hilft, Partner, Vertraute und Freunde zu Rate. Eine Entscheidung sollten Sie erst nach eingehender Beratung fällen. Dazu haben Sie in der Regel mehrere Monate Zeit, es sei denn, der Tumor wächst besonders aggressiv.
Die sogenannten kurativen (heilenden) Behandlungen verfolgen das Ziel der Heilung, also die vollständige Entfernung oder Zerstörung des Tumors.
Dazu gehören:
Operation und Bestrahlung sind mit Nebenwirkungen und Risken verbunden. Daher kann es auch sinnvoll sein, zunächst abwartende Strategien zu verfolgen.
Dazu gehören:
Daneben gibt es noch die Möglichkeit einer Hormonentzugstherapie. Dabei wird Ihr Testosteronspiegel durch Medikamente gesenkt, was das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen soll.
Diese Patienteninformation beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und fasst die wichtigsten Punkte der PatientenLeitlinie Prostatakrebs I Lokal begrenztes Prostatakarzinom zusammen.
Weiterführende Links
Kontakt Selbsthilfe
Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen):
www.nakos.de, Tel.: 030 3101 8960
PatientenLeitlinien
Patienten-Leitlinien übersetzen die Behandlungsempfehlungen ärztlicher Leitlinien in eine für Laien verständliche Sprache. Sie geben wichtige Hintergrundinformationen zu den Ursachen, Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einer Erkrankung. Träger des Programms zur Entwicklung ärztlicher Leitlinien (sogenannter Nationaler VersorgungsLeitlinien) und der jeweiligen Patientenversionen sind die Bundesärztekammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Verantwortlich für den Inhalt:
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
Gemeinsames Institut von BÄK und KBV
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