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Letzte Änderung 30.09.2011

Patienten-News "KBV Kontakt"

Unabhängige Patientenberatung wieder in Betrieb

Im Februar dieses Jahres hat die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) nach einer mehrmonatigen Pause ihre Arbeit wieder aufgenommen. Im Vorfeld hatte eine Neufassung des § 65b Sozialgesetzbuch V (SGB V) den Weg vom 2010 ausgelaufenen Modellversuch zu einem auf Dauer angelegten Regelangebot geebnet.

Der Entscheidung des Gesetzgebers, die Beratung in das Regelangebot aufzunehmen, folgte eine Ausschreibung der Fördermittel. Am 24. Januar 2011 erteilte der GKV-Spitzenverband im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung der UPD den Zuschlag für die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags – vorerst bis Ende 2015.

In den ersten Monaten nach der Vergabeentscheidung standen zunächst der Wiederaufbau, die Besetzung offener Stellen, vor allem aber eine schnelle Aufnahme des Beratungsbetriebs im Mittelpunkt. Schon am 15. Februar war das bundesweite und kostenlose Beratungstelefon wieder erreichbar. Mitte Mai hatten dann auch alle 21 regionalen Beratungsstellen ihre Pforten geöffnet. Seither hat die UPD bereits knapp 40.000 Beratungen durchgeführt.
Das bundesweite und kostenfreie Beratungstelefon der UPD ist montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags neuerdings sogar bis 20.00 Uhr erreichbar.

Seit dem 1. August hat die UPD ein neues Angebot eingeführt, das die besonderen Problemlagen und Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten aufgreift. Ratsuchende werden künftig durch Muttersprachler auch in türkischer und russischer Sprache beraten. Dafür wurden Beratungshotlines eingerichtet, die montags und mittwochs von 10.00 bis 12.00 sowie von 15.00 bis 17.00 Uhr geschaltet sind. Eine Persönliche Beratung vor Ort findet in Berlin und Stuttgart sowie in Dortmund und Nürnberg statt. Finanziert wird das zunächst auf drei Jahre befristete Zusatzangebot aus Fördermitteln des Verbands der privaten Krankenversicherung.

Für die fünfjährige Laufzeit hat sich die UPD viel vorgenommen. So soll das Leistungsangebot laufend weiterentwickelt und die Beratungsqualität durch den Ausbau einheitlicher Beratungsstandards und -leitlinien sowie durch den Ausbau der Wissensgrundlagen stetig verbessert werden. Im Rahmen einer Ausweitung ihres gesetzlichen Auftrags wird die UPD zudem die Anliegen und Problemlagen der Ratsuchenden systematisch auswerten und die Ergebnisse in einem jährlichen Bericht an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung zusammenfassen. Schließlich ist für das kommende Jahr eine grundlegende Überarbeitung der Angebote im Internet geplant.

Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler
Geschäftsführer