Entschließt sich ein Paar, wegen ihres Kinderwunsches medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, führt der erste Gang zum Hausarzt oder zum Gynäkologen, der mögliche Vorerkrankungen kennt und eventuell zu einem so genannten Reproduktionsmediziner weiter überweist. Zu den Terminen sollten immer beide Partner gehen. Am Anfang der nun folgenden Untersuchungen steht ein gemeinsames Gespräch mit dem Arzt: Gab es schon einmal eine Schwangerschaft? Wenn ja, wie ist diese verlaufen? Ist der Mann schon Vater eines Kindes? Hat die Frau regelmäßige Monatsblutungen? Der Arzt fragt auch nach Vorerkrankungen bei Mann und Frau. Obwohl die Fragen intim sind, erkundigt er sich auch danach, wie häufig und zu welchem Zeitpunkten innerhalb des Zyklus der Frau das Paar Geschlechtsverkehr hat. Manchmal ergibt sich daraus bereits ein Behandlungsansatz zum Beispiel, wenn dem Paar nicht klar ist, wann der günstigste Zeitpunkt für den Verkehr ist. Der Arzt fragt außerdem nach dem Umgang mit Zigaretten und Alkohol. Beides kann eine Schwangerschaft erschweren.
Der nächste Schritt ist die gynäkologische Untersuchung. Dabei kann der Arzt Erkrankungen des Genitales feststellen, die unter Umständen eine Schwangerschaft verhindern könnten. Üblicherweise ergänzt er die körperliche Untersuchung durch eine Ultraschalluntersuchung. Damit beurteilt er im wesentlichen die Gebärmutter inklusive der Gebärmutterschleimhaut und die Eierstöcke.
Der nächste Schritt ist, im Verlauf des Zyklus den Eisprung nachzuweisen. Dabei setzt der Eierstock die Eizelle frei, worauf diese durch den Eileiter zur Gebärmutter transportiert wird. Die einfachste Methode, einen solchen Eisprung nachzuweisen, ist, die Körpertemperatur morgens vor dem Aufstehen zu messen. Diese so genannte Basaltemperatur steigt ein bis zwei Tage nach dem Eisprung um rund 0,5 Grad an. Noch exakter ist die Messung des so genannten Gelbkörperhormons (Progesteron) im Blut. Parallel zur Messung der Basaltemperatur oder der Progesteronbestimmung können die Eierstöcke und die Gebärmutterschleimhaut mehrfach im Verlauf des Zyklus mit Ultraschall untersucht werden, um das Wachstum des Eibläschens zu verfolgen und damit Aussagen über den Verlauf des Zyklus zu machen. Wenn sich aus der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung der Frau und dem Zyklusverlauf Auffälligkeiten ergeben, ist es sinnvoll, bestimmte Hormone im Blut zu untersuchen, die den Zyklus und die Empfängnisfähigkeit beeinflussen. Dazu können beispielsweise Schilddrüsenhormone oder männliche Hormone gehören.
Zur Basisdiagnostik beim Mann gehört zunächst die Untersuchung des Ejakulats, das sogenannte Spermiogramm. Der Arzt untersucht dabei unter anderem die Anzahl und die Beweglichkeit der Spermien unter dem Mikroskop. Bei Auffälligkeiten schließt sich auch beim Mann eine körperliche Untersuchung an. Meist wird sie ein Urologe, ein speziell ausgebildeter Internist oder Dermatologe vornehmen. Der Arzt achtet unter anderem auf die Körperbehaarung sie liefert Hinweise auf mögliche hormonelle oder genetische Störungen. Außerdem tastet er das Genital ab. Dabei sucht er unter anderem nach Krampfadern am Hoden und nach Stellen, die besonders druckempfindlich sind. Sie können auf eine Entzündung hinweisen.