Mehr als ein Drittel aller Vertragsärzte weiblich
Berlin, 9. April 2007 Der Frauenanteil an den Vertragsärzten hat im gesamten Bundesgebiet zugenommen. Er lag 2006 bei rund 35 Prozent der rund 118.000 niedergelassenen Ärzte. Zum Vergleich: Vor vier Jahren betrug der Anteil noch knapp über 30 Prozent. Das hat heute die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bekannt gegeben. Ich sehe mit Freude, dass sich immer mehr Frauen für den Arztberuf entscheiden. Gerade für sie brauchen wir flexible Arbeitsbedingungen. Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz, dass am 1. Januar in Kraft trat, war ein Schritt in die richtige Richtung. Es bietet jungen Kolleginnen mehr Spielraum und Chancen, um Familie und Beruf zu vereinbaren, erklärte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV.
Besonders hoch ist der Frauenanteil in den Fachgruppen Ärztliche Psychotherapeuten (64,1 Prozent), Kinder- und Jugendpsychiater (56,8 Prozent), Frauenärzte (49,2 Prozent), Kinderärzte (47 Prozent) sowie Anästhesisten (43,1 Prozent). Dagegen sind bundesweit in den Fächern Chirurgie (10,6 Prozent), Orthopädie (9,7 Prozent) und Urologie (6,4 Prozent) kaum Frauen vertreten.
Überdurchschnittlich viele weibliche Kollegen sind unter den Partner-Ärzten (52,3 Prozent) und Angestellten Ärzten (74,4 Prozent) zu finden. Während die Zahl der Hausärzte insgesamt von 58.698 im Jahr 2005 auf 58.602 im Jahr 2006 zurückging, stieg die Zahl der Hausärztinnen im selben Zeitraum von 21.437 (2005) auf 21.669 (2006).
Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz kann nur dann voll greifen, wenn sich auch die finanzielle Situation der niedergelassenen Ärzteschaft insgesamt verbessert. Die Honorarreform bietet dazu eine echte Chance. Diese müssen wir im Interesse aller Ärzte und Psychotherapeuten nutzen, unterstrich Köhler.
