Pressemitteilungen 2007

EU-Mitgliedsstaaten müssen Weichen für ihre Sozialsysteme jetzt stellen

Berlin, 15. Juni 2007 – „Wir dürfen die Augen vor dem demographischen Wandel nicht verschließen. Wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen, dann ist die Entwicklung keine Bedrohung für die europäischen Sozialversicherungssysteme. Wir brauchen ein Europa, das die demographische Erneuerung begünstigt, Arbeit aufwertet, produktiver und leistungsfähiger ist, das auf die Aufnahme und Integration von Migranten vorbereitet ist und zukunftsfähige öffentliche Finanzen vorweist.“ Das hat heute PhD Vladimir Špidla erklärt.

Der Kommissar der Europäischen Union (EU) für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit äußerte sich im Vorfeld der Veranstaltung „Demographische Entwicklungen in der Europäischen Union – Auswirkungen auf das deutsche Sozialversicherungssystem“. Diese wird die Bevollmächtigte der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa gemeinsam mit dem Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am Montag, den 18. Juni ausrichten. Špidla weiter: „Wir brauchen jetzt Veränderungen, um vorbereitet zu sein, wenn die Generation der Babyboomer in zehn Jahren das Rentenalter erreicht. Die meisten Anpassungen müssen die Mitgliedstaaten vornehmen. Ihre Regierungen waren zu lange Zeit Einzelkämpfer.“

Ulrich Weigeldt, Vorstand der KBV, ergänzte: „Die Lage ist in allen Ländern der EU ähnlich: Die Menschen werden älter und haben dadurch mehr Bedarf an gesundheitlicher Versorgung, aber die Finanzmittel sind knapp. Außerdem zeichnet sich in einigen Ländern ein Ärztemangel ab. Dieses Problem müssen wir bald lösen. Für Deutschland gilt: Wir wollen das hohe Niveau der ambulanten und stationären Medizin erhalten. Wir bekennen uns auch zu einer flächendeckenden Versorgung rund um die Uhr.“

Die Veranstaltung findet am 18. Juni um 18 Uhr in der Landesvertretung der Freien Hansestadt Bremen statt. Zu den Rednern gehören neben Špidla und Weigeldt Staatsrätin Dr. Kerstin Kießler (Bevollmächtigte der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa) sowie Professor Eberhard Wille (Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen). Eine Diskussion wird Dr. Birgit Weihrauch moderieren, Staatsrätin beim Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales.

Die Reden wird die KBV am Dienstag, den 19. Juni unter www.kbv.de ins Internet stellen. Špidla ist darüber hinaus Gastautor in der Juli-Ausgabe von KBV KLARTEXT.

 
Letzte Änderung 15.06.2007
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