Starker Verbund von KBV und KVen: vier Kompetenzzentren beschlossen
Berlin, 19. Juli 2007 Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wollen die ersten vier Kompetenzzentren aufbauen. Das Thema Patientensicherheit übernimmt die KV Westfalen-Lippe, die Diagnostik und Therapie der Schlafapnoe die KV Saarland. Die Zentren für Qualitätssicherung der kurativen Mammographie und Labor werden federführend von der KV Bayerns aufgebaut. Entsprechende Beschlüsse hat die Vertreterversammlung der KBV am 6. Juli in Berlin getroffen.
Wir wollen nicht jedes Mal das Rad 18-mal neu erfinden müssen. Kompetenzzentren sollen wichtige Themenfelder der KVen und der KBV bündeln, Synergien nutzen und uns als Verbund schlagkräftiger machen, erklärte der Vorsitzende des KBV-Vorstands, Dr. Andreas Köhler.
Wir freuen uns, dass die Erfahrung der KV Bayerns auf den Gebieten Mammographie und Labor von der Bundesebene erkannt und nun mit der Vergabe der beiden Kompetenzzentren nach Bayern ausgezeichnet wurde. Gerade in der Mammographie haben wir mit der Entwicklung der digitalen Befundungsstation absolutes Neuland betreten und dem Einsatz von Informationstechnologie in der medizinischen Diagnostik neue Wege eröffnet, so Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns. Die Teams für die Betreuung der bundesweiten Kompetenzzentren stehen laut Munte bereits in den Startlöchern. In Kürze wird das Kompetenzzentrum Labor in Nürnberg seine Arbeit aufnehmen. Das Kompetenzzentrum Mammographie wird in München angesiedelt sein.
Zum neuen Kompetenzzentrum Patientensicherheit erläuterte Dr. Wolfgang-Axel Dryden, zweiter Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe: Patientensicherheit hat in der ambulanten medizinischen Versorgung stets einen hohen Stellenwert gehabt. Durch die zahlreichen neuen Konstellationsmöglichkeiten, die die Politik als Wettbewerb in das Gesundheitswesen einbringt, wird sich die Ausgestaltung der ambulanten Versorgung künftig erheblich ändern. Darauf müssen sich die KVen im Interesse ihrer Mitglieder und der von ihnen versorgten Patienten einstellen. In dem Kompetenzzentrum Patientensicherheit werden Wege unter anderem zur Arzneimittelsicherheit und zum Verwechslungsausschluss unter Beteiligung von KVen, Ärzten und anderen Beteiligten konzeptionell erarbeitet und den KVen wie auch deren Mitgliedern zur Verfügung gestellt.
Dr. Gunter Hauptmann, Vorsitzender des Vorstands der KV Saarland, begrüßte, dass seine KV den Zuschlag für das Thema Schlafapnoe erhalten hat: Gerade im Saarland haben wir in diesem Bereich schon eine erhebliche Kompetenz aufgebaut. Im Rahmen der Schaffung eines Verbundsystems von KVen und KBV ist es da natürlich sinnvoll, diese Kompetenz allen anderen KVen zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns auch auf eine intensive Zusammenarbeit mit der KBV und den anderen KVen. Das saarländische Kompetenzzentrum soll unter anderem einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zum Thema Schlafapnoe organisieren, Qualitätssicherungsmaßnahmen weiterentwickeln und gewonnene Erkenntnisse zum Zwecke der Qualitätsberichterstattung aufbereiten.
