Köhler: Selbstkontrolle und Erfahrungsaustausch sind die besten Instrumente der Qualitätssicherung
Berlin, 5. November 2007 Wie kann die Qualität in der vertragsärztlichen Versorgung weiterentwickelt werden? Dieser Frage widmete sich das dritte Nationale Qualitätszirkel-Tutorentreffen, das am 2. und 3. November im Haus der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin stattfand. Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten leisten eine qualitativ gute und hochwertige Arbeit. Das wollen wir aufzeigen und belegen. Qualitätsförderung in der ambulanten medizinischen Versorgung ist wichtig. Durch den in Qualitätszirkeln stattfindenden Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie die Selbstüberprüfung sind Qualitätszirkel dafür ein hervorragendes Instrument, erklärte dazu Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV.
An dem Treffen nahmen 40 Qualitätszirkel-Tutoren sowie Vertreter von zwölf Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) teil. Auf der Tagesordnung standen verschiedene Themen, die in der Tutorenfortbildung eine wichtige Rolle spielen, wie Patientensicherheit und Pharmakotherapie. Die Teilnehmer tauschten sich zudem über das Qualitätsmanagement-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) und seine Umsetzung im Rahmen der Qualitätszirkel-Arbeit aus. Ambulante Qualitätsindikatoren und Kennzahlen sowie neue Kooperationsformen in der vertragsärztlichen Versorgung waren ebenfalls Gegenstand der Diskussion.
Qualitätszirkel sind Gruppen von Vertragsärzten und Vertrags¬psychotherapeuten, die auf freiwilliger Basis und aus eigener Initiative Qualitätsentwicklung betreiben. Sie diskutieren zum Beispiel Behandlungsfälle. Dabei analysieren und bewerten die Qualitätszirkel-Teilnehmer ihre eigene Tätigkeit. Dieser Lernprozess macht es möglich, die Qualität nach dem Best-Practice-Prinzip weiterzuentwickeln, so Köhler.
Nationale Qualitätszirkel-Tutorentreffen sind eine Ergänzung zum Konzept der bundesweiten Tutorenausbildung, das die KBV auf Grundlage von KV-Erfahrungen in der Qualitätszirkel-Arbeit entwickelt hat. Bei den Treffen werden didaktische Anregungen und neue Inhalte für die Behandlung in den Zirkeln vermittelt.
Derzeit sind 128 Tutoren aktiv. Dabei handelt es sich um erfahrene Qualitätszirkel-Moderatoren, die nach einer Zusatzausbildung ihre Kollegen nach dem Train-the-Trainer-Konzept schulen. Bundesweit gibt es etwa 6.000 ausgebildete Qualitätszirkel-Moderatoren und mehr als 4.600 Qualitätszirkel. Insgesamt haben 17.000 Teilnehmer an QEP®-Einführungsseminaren teilgenommen. Über 40 Praxen sind bereits QEP®-zertifiziert.
