Müller: Vorwürfe ins Blaue hinein helfen niemandem
Berlin, 28. November 2007 Der Bundesvorstand des Deutschen Hausärzteverbands erinnert sich offenbar an seine eigenen Konzepte nicht mehr. Wir haben die Vorschläge zur Struktur des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), die uns der Beratende Fachausschuss für die hausärztliche Versorgung gemacht hat, aufgegriffen und diese auch in den Verhandlungen mit den Krankenkassen durchgesetzt. In diesem Beratungsgremium des KBV-Vorstands ist der Deutsche Hausärzteverband prominent vertreten. Von daher weise ich die Angriffe des Vorstands dieses Verbandes zurück. Die Bildung von Pauschalen ist also keine Idee der KBV gewesen. Im Übrigen erinnere ich daran, dass die Vertreterversammlung der KBV mit den Stimmen von Hausärzten und Fachärzten gemeinsam und einstimmig beschlossen hat, dass im Rahmen der Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung weder die Haus- noch die Fachärzte zu Lasten des jeweils anderen Versorgungsbereichs begünstigt werden dürfen, erklärte heute Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
In seiner Erwiderung bezog er sich auf eine Pressemitteilung des Deutschen Hausärzteverbands vom Vortag. Müller weiter: Auch wenn es den Verbandsoberen offenbar nicht gefällt, was wir für die Hausärzte in Deutschland durchgesetzt haben: Fakt ist, dass die KBV für die Hausärzte ein Plus von durchschnittlich 21 Prozent bei der abzurechnenden Punktzahl eines durchschnittlichen Patienten erreicht hat.
Unverständnis zeigte der KBV-Vorstand auch gegenüber einem anderen Vorwurf. Der Deutsche Hausärzteverband schrieb in seiner Pressemitteilung, die KBV habe einem Wortbruch zugestimmt. Gemeint ist der Konflikt des Deutschen Hausärzteverbands mit dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), der sich für die Einführung des Internisten ohne Schwerpunkt und die Trennung von allgemeiner und innerer Medizin einsetzt. Wer hier wann und wo angeblich Wortbruch seitens der KBV begangen haben soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier wäre ich für Aufklärung dankbar oder aber der Vorstand des Deutschen Hausärzteverband soll den Vorwurf zurücknehmen, so Müller. Vorwürfe ins Blaue hinein helfen niemandem, stellte er fest.
