Wie Ärzte voneinander lernen: Behandlungsfehler durch Erfahrungsaustausch vermeiden
Berlin, 14. Januar 2008 Missverständnisse zwischen Ärzten und Assistenten im Operationssaal, falsch gelagertes oder etikettiertes Material, mangelnde Kommunikation: Oftmals sind es vergleichsweise harmlose Auslöser, die zu einem Sicherheitsrisiko für Patienten werden können. Künftige Behandlungsfehler vermeiden, indem kritische Ereignisse aus der Vergangenheit zur Diskussion gestellt werden das ist die Idee von CIRSmedical. Die Abkürzung CIRS steht für Critical Incident Reporting System. Als internetbasiertes System dient es Ärzten und medizinischem Fachpersonal als Diskussionsforum. Ziel ist es, kritische Ereignisse und (Beinahe-)Fehler sowie deren Ursachen zu erkennen und durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu verhindern.
Die Teilnahme ist absolut freiwillig und frei von Sanktionen. Sämtliche Angaben erfolgen anonym und bleiben vertraulich. Der Bericht erfolgt über ein einfach und klar strukturiertes Standardformular. Neben dem eigentlichen Vorfall werden auch Begleitumstände wie die Dringlichkeit der Versorgung und der Ort des Ereignisses berücksichtigt. Wichtiges Merkmal von CIRSmedical ist der Forumscharakter. Andere Nutzer können die gemeldeten Ereignisse diskutieren und Verbesserungsvorschläge austauschen. Derzeit wird ein Fachbeirat eingerichtet, um den Berichtenden aller Fachgruppen darüber hinaus ein spezifisches Expertenfeedback zu ermöglichen.
Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat die CIRS-Internetseite im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer vor kurzem überarbeitet. Seit Frühjahr 2005 fördert die KBV das System im Rahmen ihres Engagements für Qualitätsmanagement in der Medizin. Fehler können schon dadurch vermieden werden, indem man Erfahrungen miteinander teilt. So lassen sich Parallelen erkennen und Risiken minimieren. Jeder, der ein kritisches Ereignis berichtet, trägt damit zum Erkenntnisgewinn der Teilnehmer bei. Davon profitieren alle, Ärzte, medizinisches Fachpersonal und natürlich die Patienten, erklärte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV. Ich rufe alle Kolleginnen und Kollegen auf, CIRS zu nutzen. Dabei handelt es sich um einen einfachen Weg, um Fehler zu vermeiden und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Zur Webseite von CIRSmedical gelangen Sie über die Rubrik Fachbesucher auf http://www.kbv.de oder direkt über http://www.cirsmedical.de/.
