Anreize sind immer besser als Sanktionen
Berlin, 24. April 2008 Wer bessere Leistungen bringt, soll dafür auch mehr Geld bekommen. Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), am Donnerstag zur Eröffnung der Diskussionsveranstaltung KBV kontrovers in Berlin gefordert. Die Veranstaltung beschäftigte sich unter anderem mit Konzepten für eine leistungsgerechte Honorierung ärztlicher Leistungen.
Pay-for-Performance-Projekte bergen große Chancen für Ärzte, gute Qualität auch endlich entsprechend bezahlt zu bekommen, so Köhler. Für die Ärzte sei die Qualitätsorientierung eine Möglichkeit, ihr Leistungsvermögen dem Patienten transparent und sichtbar zu machen. Köhler betonte, dass Transparenz und valide Indikatoren für die Messbarkeit der Qualität ärztlicher Leistungen daher unabdingbar seien. Nur so sei eine Kopplung an die Vergütung und somit ein pay for performance (P4P) überhaupt realisierbar.
In diesem Zusammenhang verwies er auf das im vergangenen Jahr von der KBV gestartete Projekt AQUIK (Ambulante Qualitätsindikatoren und Kennzahlen). Damit würden anhand von nationalen und internationalen Expertisen verfügbare Indikatorensets für die ambulante Versorgung erfasst, analysiert und auf ihre Eignung für das deutsche Gesundheitssystem geprüft. Nur, wenn alle kritischen Fragen nachvollziehbar beantwortet werden, können P4P-Programme zum Nutzen der Patienten, der Ärzte und der Krankenkassen umgesetzt werden, führte Köhler abschließend aus.
Die zwei Mal jährlich stattfindende Veranstaltung KBV kontrovers war erneut gut besucht. Über 200 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Berufsverbänden diskutierten die Perspektiven und Potentiale einer qualitätsorientierten ärztlichen Vergütung. Außerdem ging es um die Frage: Wie transparent kann Qualität sein?
