Neues Fortbildungsverfahren sorgt für bessere Qualität der Brustkrebs-Diagnostik
Berlin, 3. Juni 2008 Wir sichern die Qualität der medizinischen Versorgung nicht nur, wir fördern sie auch. Mit diesen Worten hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), aktuelle Ergebnisse eines neuen Fortbildungverfahrens zur Mamma-Diagnostik kommentiert. Diese ergaben eine deutliche Verbesserung der Diagnosequalität. Während im Jahre 2006 durchschnittlich 86 Prozent der Karzinome von den teilnehmenden Ärzten erkannt wurden, waren es im Jahr darauf 91 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil falsch-positiver Befunde von 6,6 auf 3,7 Prozent.
Grundlage des Fortbildungsverfahrens ist die Mammografie-Vereinbarung, auf die sich die KBV und die Spitzenverbände der Krankenkassen verständigt hatten. Sie beinhaltet neben weiteren Maßnahmen zur Qualitätssicherung die regelmäßige Fortbildung im Rahmen von kontrollierten Selbstüberprüfungen. Ärzte, die eine Genehmigung für die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der kurativen Mammographie besitzen, erhalten hierbei die Möglichkeit, ihr fachliches Können zu testen und weiterzuentwickeln. Im Vordergrund steht nicht die Kontrolle, sondern die Fortbildung, erläuterte Köhler das Vorgehen. Damit verbessern wir nachhaltig die Behandlungsqualität und es zeigt, dass wir die Patientensicherheit sehr ernst nehmen. Die vorgelegten Zahlen bestärken uns in unserem Engagement.
Die kontrollierten Selbstüberprüfungen werden regelmäßig von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) veranlasst und durchgeführt. Dabei muss jeder Arzt alle zwei Jahre innerhalb von sechs Stunden 200 nach festgelegten Kriterien ausgewählte Mammografieaufnahmen diagnostizieren. Danach wird er mit den tatsächlichen Befunden konfrontiert, um eventuelle Fehler nachvollziehen zu können. Übersteigt die Fehlerrate einen bestimmten Wert, führt das zu verkürzten Prüfintervallen. Bei Bedarf ordnen die KVen gezielt weitergehende Fortbildungsmaßnahmen an.
