Köhler: Entscheidend ist die Bereitschaft zum Dialog
Berlin, 7. August 2008 Die KBV will Strukturen schaffen, in denen niedergelassene Ärzte mit Kliniken auf Augenhöhe arbeiten. Das sagte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt (Ausgabe 30 vom 25.Juli) zum Thema Klinik-Kooperationen. Entscheidend ist die Bereitschaft zum Dialog zwischen Krankenhausärzten und niedergelassenen Kollegen. Dieser Meinung seien auch viele Niedergelassene: Je spezialisierter Ärzte sind und je krankenhausnäher sie arbeiten, desto mehr sind sie davon überzeugt, dass ein kollektiver Vertragspartner wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sie schützen kann, erklärte Köhler. So sei ein Ziel der Kooperationen mitzubestimmen, wo die Kliniken Medizinische Versorgungszentren errichten. Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sieht Köhler zudem bei Behandlungsfragen und im IT-Management.
Es ist besser mit den Großen zu arbeiten, als gegen sie, so der KBV-Vorstandsvorsitzende. Er ist gegen eine grundsätzliche Blockadehaltung gegen die Krankenhausträger. Sowohl für die niedergelassenen Ärzte als auch für die Patienten ist es besser, wenn wir die Versorgung in Kooperation mit Kliniken gestalten. Auch für Kliniken gebe es Vorteile. Eine KV kennt sich aus mit Versorgungsstrukturen, Qualitätssicherung, Abrechnung. Das Know-how, das die KVen über die ambulante Versorgung besitzen, hat kein Klinikkonzern auf dieser Welt. Das müssen wir doch für eine klassische Win-win-Situation nutzen können, so Köhler.
Die Kooperationsverträge sollen helfen, die Grenzen zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor zu überwinden. Fünf dieser Vereinbarungen hat die KBV seit dem Jahr 2005 unterschrieben. Mit den Sana-Kliniken schloss die KBV Ende 2005 das erste Abkommen. In Remscheid beispielsweise kooperieren Krankenhausärzte und -apotheker seither mit Niedergelassenen, um Schnittstellenprobleme bei der Verordnung von Arzneimitteln in den Griff zu bekommen.
Rahmenvereinbarungen mit der SRH-Kliniken GmbH, der Damp-Holding AG sowie der Allgemeinen Hospitalgesellschaft AG folgten. Jüngster Kooperationspartner ist die Rhön-Klinikum AG. Wir suchen nicht nur nach Kooperationen mit privaten Klinikträgern, sondern in gleicher Weise mit kirchlichen und kommunalen, so Köhler.
