Pressemitteilungen 2008

Polypharmazie: Dr. Müller stellt Lösungsansätze aus Sicht des KV-Systems vor

Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV, hat auf der Fachtagung Polypharmazie und Priscus-Liste, die am 18. November 2010 in Berlin stattgefunden hat, Bewertungen und Lösungsansätze zur Problematik der Polypharmazie vorgestellt. Die gleichzeitige Gabe verschiedener Wirkstoffe bei mehrfach erkrankten Patienten kann ein Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Wechselwirkungen darstellen.

Müller erläuterte auf der Konferenz verschiedene Projekte, die die KBV zur Unterstützung der Vertragsärzte bei einer sicheren Arzneimitteltherapie auf den Weg gebracht hat. Hierzu gehört das gemeinsam mit der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, vorgelegte Konzept zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung. Dieses sieht vor, dass der Arzt, unterstützt durch einen Medikationskatalog, eine indikationsgerechte Wirkstoffverordnung vornimmt. Der Apotheker wählt in Absprache mit dem Patienten ein entsprechendes Präparat aus und dokumentiert dies in dem von dem Arzt erstellten Medikationsplan. Durch die verbesserte Kommunikation zwischen Arzt, Apotheker und Patient sollen unnötige Rückfragen reduziert und die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht werden. Der KBV-Vorstand betonte, dass es zur Verbesserung der Compliance unerlässlich ist, dass die Wirkstoffbezeichnung auf der Packung eines Fertigarzneimittels im Vergleich zum Produktnamen des Herstellers deutlicher sichtbar wird.

Als weiteren wichtigen Beitrag für eine sicherere Arzneimitteltherapie nannte Müller den Arzneimittel-Infoservice, der zunächst als internetbasierte Informationsplattform startete und seit Herbst 2009 den Vertragsärzten auch zertifizierte Online-CME-Fortbildungen zu ausgewählten Wirkstoffen anbietet.

 

 
Letzte Änderung 07.10.2008
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