Pressemitteilungen 2009

„Attraktivität des Arztberufs verbessern“

Berlin, 03. Juli 2009 – „Wir steuern auf einen Ärztemangel sowohl bei den Hausärzten als auch bei einigen Facharztgruppen hin. Deshalb müssen alle Beteiligten in Politik und Verbänden alles daran setzen, die Attraktivität des Arztberufs zu verbessern“, erklärte heute Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. Mit diesen Worten kommentierte er das jüngst vorgestellte Gutachten des Rates zur Begutachtung der Entwicklung des Gesundheitswesens.

Die Weiterentwicklung der seit Beginn des Jahres eingeführten Honorarreform sei deshalb so wichtig. Zudem forderte der KBV-Chef eine Wettbewerbsordnung für das Gesundheitswesen. „Die Gutachter sprechen von dem Prinzip der Solidarität im Gesundheitswesen. Das geht aber nur, wenn wir einen geordneten Wettbewerb haben. Ein ungeordneter Wettbewerb ist ungerecht und eben nicht solidarisch.“

Sein Vorstandskollege Dr. Carl-Heinz Müller kritisierte in diesem Zusammenhang, „dass Krankenkassen gesunden Mitgliedern, die keinen Arztbesuch in Anspruch nehmen, Beiträge zurück erstatten. Diese Gelder werden der Behandlung der kranken Versicherten entzogen.“

Er wies darauf hin, dass ein Hausärztemangel nicht nur – wie im Gutachten skizziert – in den ländlichen Regionen der neuen und alten Bundesländer drohe. „Sofern sich an der derzeitigen Situation nichts ändert, werden in wachsendem Maße auch mittlere Städte von dieser Entwicklung betroffen sein“, führte Müller aus.

Er forderte von den Krankenkassen, „auf die Vorschläge der KBV einzugehen, um die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten. Hier müssen die Bedingungen im Krankenhaus und in der ambulanten Praxis gleich sein. Es darf keine Unterschiede zu Lasten der Praxen geben.“ Die Rahmenbedingungen hat die KBV bereits im Mai dieses Jahres mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) abgesteckt, Jetzt geht es darum, diese in den Verhandlungen mit der DKG, dem GKV-Spitzenverband und dem Verband der privaten Krankenversicherung im Benehmen mit der Bundesärztekammer umzusetzen. „Unser Ziel ist eine noch in diesem Jahr greifende Neuregelung, so dass an der Weiterbildung interessierte junge Kolleginnen und Kollegen sehr bald deutlich bessere Rahmendbedingungen haben werden“, sagte Müller.

 
Letzte Änderung 03.07.2009
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