Pressemitteilungen 2009

Flächendeckende Versorgungskonzepte bei Demenzerkrankungen eingefordert

Berlin, 29. September 2009 – „Bei der Versorgung Demenzkranker geht es darum, sektor- und berufsgruppenübergreifende Netzwerke zu bilden und gemeinsam best mögliche Lösungen für Betroffene und ihre Angehörigen zu finden. Wir fordern deshalb die Einführung kassenübergreifender Versorgungsverträge.“ Das hat Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), am vergangenen Sonnabend auf der Kooperationstagung „Demenz – Gemeinsam für eine bessere Versorgung“ in Berlin gesagt. Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Dr. Angelika Prehn, ergänzte: „Wir brauchen vernetzte Strukturen, um die Versorgung von Demenzkranken langfristig zu sichern und nachhaltig zu verbessern.“

Die Stabsstelle Patientenorientierung der KBV und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin veranstalteten die Tagung. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte, dem BDA Berlin Brandenburg und der Deutschen sowie der Berliner Alzheimergesellschaft. Über 200 Teilnehmer, unter ihnen vor allem niedergelassene Ärzte, nutzten die Chance, gemeinsam mit Experten zu diskutieren. Dabei standen die Bedürfnisse von Demenzkranken und deren Angehörigen, eine bessere Versorgung und ein effizienterer Mitteleinsatz im Vordergrund.

Zu den Referenten zählten Prof. Lutz Frölich vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte, und Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

In Arbeitsgruppen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich zu Diagnose, Therapien und Betreuungsangeboten für Angehörige auszutauschen sowie ethische und juristische Fragen zu erörtern. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen in einen Versorgungsvertrag der gemeinsamen Vertragswerkstatt von KVen und KBV einfließen. Dieser Vertrag wird den Krankenkassen angeboten werden.

Nach einem Jahr ist eine Folgeveranstaltung geplant, in die die bis dahin gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse einfließen sollen.

Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Roland Stahl (KBV), Tel.: 030 / 4005-2201
Rafaela Graf (KV Berlin), Tel.: 030 / 31003-610

 
Letzte Änderung 29.09.2009