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Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen und rheumatoider Arthritis besser versorgen

Berlin, 16. November 2009 – „Mit den beiden Verträgen haben wir die Grundlage geschaffen, um die ambulante Versorgung dieser Patientengruppen zu verbessern“, hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, heute bei der Vorstellung zweier neuer Versorgungskonzepte in Berlin erklärt. Die KBV hat Verträge für die qualitätsgesicherte neuropsychiatrische Versorgung und die qualitätsgesicherte ambulante Versorgung von Patienten mit rheumatoider Arthritis vorgestellt. „Die Krankenkassen müssen die Verträge jetzt nur noch umsetzen. Eigentlich müsste dies in ihrem Sinne sein, da sie sich im Wettbewerb um die beste Patientenversorgung positionieren können“, ergänzte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller.

Zu den neuropsychiatrischen Erkrankungen zählen Demenz- und Suchterkrankungen, Parkinson, Multiple Sklerose und Epilepsie sowie affektive Störungen, wie Depression. In Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen unter diesen Krankheitsbildern. Der Vertrag enthält unter anderem den Aufbau indikationsübergreifender, interdisziplinärer Versorgungsnetzwerke. Betroffene Patienten im häuslichen Umfeld zu versorgen und zu stabilisieren sowie Krankenhaus-Aufenthalte zu reduzieren sind Zielsetzungen des Versorgungsprogramms. Mit der Netzwerkbildung werden zudem Wartezeiten reduziert und Angehörige entlastet.

Unter rheumatoider Arthritis leidet circa ein Prozent der Bevölkerung. Frauen sind dreimal häufiger davon betroffen als Männer. Die chronische Erkrankung führt bei den Betroffenen zu starken Einschränkungen im Alltag. Das Versorgungsprogramm ermöglicht ein frühes Eingreifen: Je früher die Erkrankung erkannt wird und die Behandlung begonnen werden kann, desto geringer sind die gesundheitlichen Einschränkungen. Auf der Grundlage von Behandlungs- und Medikationspfaden bietet der Vertrag unter anderem ein Koordinationskonzept für die verschiedenen Versorgungsebenen und die häusliche Betreuung, beispielsweise durch die Bildung von spezialisierten Rheumatoide-Arthritis-Teams.

Die KBV hat die Versorgungsprogramme gemeinsam mit den Patientenorganisationen und dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), dem Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP), dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und dem Bundesverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) entwickelt.

 
Letzte Änderung 16.11.2009